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Alien Contact Jahrbuch 2004

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Reihe: Alien Contact Jahrbuch für Science Fiction und Fantasy
Titel / Originaltitel: Alien Contact Jahrbuch 2004
Herausgeber: Hardy Kettlitz
Titelbild: Julio Viera
Verlag / Buchdaten: Berlin: Shayol Verlag, 2005. 323 Seiten. ISBN 3-926126-45-0

Besprechung / Rezension von Ulrich Blode

Jahrbücher sind nicht nur Sammlungen vergangener Ereignisse, bei richtiger Auswahl können sie auch für die Zukunft von Bedeutung sein. Alien Contact ist ein Internetmagazin, das Interviews, Essays, Kurzgeschichten und Rezensionen zur Phantastik enthält. Das Alien Contact Jahrbuch 2004 ist die gedruckte Ausgabe mit den wichtigsten und interessantesten Beiträgen der Alien Contact Nr. 58 bis 63 aus dem Internet.

Mit drei Geschichten ("Bewohner des französischen Weins", "Ein Absturz mit Folgen", "Bericht eines Farmers aus New Jersey") ist Bodo Kroll der meistpublizierte Autor im Alien Contact Jahrbuch. Weitere Erzählungen kommen beispielsweise von Helmuth W. Mommers ("Personal Android"), Alexander Weis ("Die Zukunft des Menschen") und Till Westermeyer ("Blind Date/Maximum"). Auch fremdsprachige Autoren sind vertreten: George R. R. Martin ("Manna vom Himmel"), Ian Watson ("Invasion der Uranier") sowie Arkadi und Boris Strugazki mit "Sandfieber".

Die Aufteilung der Sachtexte und der Belletristik ist gelungen. So wird der Kurzgeschichte "Personal Android" ein Interview mit Helmuth Mommers vorangestellt, ebenso weist Erik Simon auf die Besonderheiten oder Stärken und Schwächen der Strugazkis hin, bevor es zu "Sandfieber" geht. "Sandfieber" (vermutlich 1956 entstanden) ist die erste gemeinsam verfasste und auch abgeschlossene Geschichte der Brüder Strugazki, in Alien Contact jetzt als deutsche Erstveröffentlichung abgedruckt.

Alle Interviews sind ausführlich und bieten überraschende Einblicke. Helmuth Mommers erweist sich als faszinierender Mensch, der bereits in den sechziger Jahren als Autor, Herausgeber und Übersetzer tätig war. Nach fünfunddreißig Jahren nicht-phantastischer Karriere (u. a. als Juwelier) fing er Ende 2001 wieder mit dem Schreiben an. Neben der Veröffentlichung einer Vielzahl an eigenen Geschichten, starte er zusammen mit Michael K. Iwoleit und Ronald M. Hahn erfolgreich das Magazin nova und als alleiniger Herausgeber die Anthologiereihe "Visionen" mit Erzählungen deutscher Autoren.
In einem anderen Interview zeigt sich Herbert W. Franke als vielseitig interessierter Mensch, der sich sowohl mit der künstlerischen Anwendung von Computern als auch mit Höhlenforschung beschäftigt. Beispielsweise zeigte Franke bereits 1957 in seinem Buch Kunst und Konstruktion die Möglichkeiten auf, den Computer als universelles Mal- und Zeicheninstrument einzusetzen. Zuletzt veröffentlichte Franke den Roman Sphin_2 (2004), demnächst kommt Cybercity Süd.
Weitere Interviews (teilweise aus speziellen Gast-Chats bei sf-netzwerk.de) sind mit Clive Barker, Andreas Bull-Hansen, Michael Marrak und Barbara Slawig.

Wer gerne tiefere Einblicke in die phantastische Literatur hat, kann die Aufsätze oder Essays lesen, die sich u. a. mit Philip K. Dicks Ubik, Isaac Asimovs Die Stahlhöhlen und Robert A. Heinleins Der Mond ist eine herbe Geliebte beschäftigen. Aus der Reihe fällt der Aufsatz und die Laudatio auf Prof. Dr. Dieter B. Hermann, dem ehemaligen Direktor der Archenhold-Sternwarte und des Zeiss Großplanetariums Berlin. Aber dafür ist der Blick auf einen Förderer der Astronomie (und auch der SF) umso schöner. Weitere Themen drehen sich um die Satire in der Science Fiction, Roland Emmerichs The Day after Tomorrow und Skinners Utopie Walden Two.

Das Alien Contact Jahrbuch eignet sich sowohl für Leser von Science Fiction- und Fantasy-Geschichten als auch für diejenigen mit Interesse an Sekundärliteratur. Viele der Beiträge sind derart unterhaltsam geschrieben, dass man gleich mehrere hintereinander lesen kann. Zwei Einschränkungen gibt es beim Jahrbuch: Zum einen stellt sich die Frage, warum ein Buch kaufen, wenn es die Beiträge im Internet gibt? Nun, das Buch kann überall mitgenommen werden (ein Computer wird nicht gebraucht) und irgendwann wird es die Internettexte vielleicht nicht mehr geben. Und Fans des einen Genres werden vielleicht mit Texten des anderen Genres wenig anfangen wollen. Doch es lohnt sich auch mal in bislang fremde Sphären hineinzuschnuppern.

Das Alien Contact Jahrbuch 2004 ist eine schöne und gelungene Mischung an phantastischen Welten. Die ausgewählte Belletristik und Sekundärliteratur zeigen das erfreuliche Ergebnis des ernsthaften Bemühens um die Science Fiction und Fantasy.

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