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alpha Centauri - Auf der Suche nach besiedelbaren Planeten

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Serie/Zyklus: ~
Titel/Originaltitel: alpha Centauri - Auf der Suche nach besiedelbaren Planeten
Autor: Fritz Reichert
Verlag/Buchdaten: Book on Demand, BRD: 2002, 340 Seiten, Originalveröffentlichung

Besprechung / Rezension von Andreas Nordiek

Fritz Reichert wurde durch die Star Trek-Leidenschaft seines Enkels zum Verfassen dieses Romans animiert. Es sollte ein "Anti-Star-Trek"-Roman werden, wie er in seinem Vorwort seinen Lesern erklärt. Ein Roman, "in dem Ergebnisse der heutigen Forschung vorweg genommen werden, die aber bis Mitte dieses Jahrhunderts verwirklicht sein werden. Der Roman sollte sachlich und dennoch unterhaltend sein, er sollte Wissen vermitteln und dennoch spannend sein."

Der Autor versucht also einen Spagat zwischen einem reinen Unterhaltungsroman und einen wissenschaftlich fundiertem Roman. Dabei ist ihm schon zu Beginn an bewusst, dass die wenigsten SF-Leser über eine naturwissenschaftliche Ausbildung oder gar ein Studium verfügen, sondern aus anderen Motiven heraus zu SF-Romanen greifen. Deshalb kann sich auch jeder an die Lektüre des vorliegenden Romans begeben, denn der theoretische Hintergrund und die aktuellen Forschungsergebnisse werden allgemeinverständlich dargestellt.

Die Handlung beginnt am Ende der Geschichte. Tim Turner kehrt von einer Reise zurück, die ihn bis nach alpha Centauri führte und über 36 Jahre dauerte.
Eine Reise, die ihm tiefe Einblicke in die nähere Umgebung unseres Sonnensystems bescherte und die Planetensysteme von alpha Centauri erforschen ließ.
Eine Reise, die ebenfalls an seinem Körper und an seinem Geist zerrte und die aufgrund ihrer Dauer ihm fast in den Wahnsinn trieb, als er sich alleine zwischen den beiden Planetensystemen befand.

Der Großteil des Romans befasst sich mit der Reise von Tim Turner nach alpha Centauri und zurück. Im zweiten Handlungsstrang, der vor allem zu Beginn des Romans zu finden ist, wird eine mögliche Entwicklung der Menschheit dargestellt. Nach einer Phase von nationalen Auseinandersetzungen schafft die Menschheit es sich zu einen und verstärkt ins eigene Sonnensystem aufzubrechen. Aufgrund der wissenschaftlichen Entwicklung ist es den Menschen gelungen das körperliche Altern aufzuhalten. Als Ergebnis daraus steigt die Bevölkerungszahl so stark, dass der Druck zur Auswanderung von der Erde einfach vorhanden ist.

Der eine oder andere fiese Charakter und eine Liebesgeschichte dürfen natürlich nicht fehlen und reichern den Roman lesefreundlich an. Die wissenschaftlichen Passagen findet der Leser über den gesamten Roman verstreut, wobei sie aber nicht so detailliert sind, als dass sie den Lesefluss hemmen würden. Natürlich sollte der Leser schon ein wenig wissenschaftlich interessiert sein, denn einen reinen Unterhaltungsroman hat er nicht vor sich.

Für naturwissenschaftlich interessierte Leser hat der Autor einen ca. 100 Seiten umfassenden Anhang beigefügt, in dem die wichtigsten wissenschaftlichen Grundlagen seines Romans leicht verständlich zu finden sind.

Der Ansatz des Romans von Fritz Reichert ist wenig der phantastische, sondern er versucht auf wissenschaftlich fundierten Forschungsergebnisse seinen Roman aufzubauen und möchte damit letztlich seine Leser für die Naturwissenschaft gewinnen. Ein großes Publikum wird er mit seinem Roman nicht erreichen, dazu ist er zu theoretisch. Sein Ansatz hat mir dennoch gefallen, da er sich von den reinen Unterhaltungsromanen, die für jeden Leser verständlich sind, stark unterscheidet. Mir persönlich hat die Darstellung der momentanen wissenschaftlichen Forschung und ihre Exploration 50 Jahre in die Zukunft den einen oder anderen neuen Blickwinkel eröffnet.

Da es sich um den Debütroman des Autors handelt, sind Abstriche beim Stil einfach zu erwarten gewesen, zumal das Unterhaltende ja nicht nur im Vordergrund stand. Insoweit sind die meisten Charaktere knapp geraten und der Spannungsbogen nicht über die gesamte Story gleichbleibend hoch gehalten. Ich habe aber schon weitaus schwächere SF-Romane gelesen und nicht nur von deutschsprachigen Autoren, so dass Fritz Reichert seinen Spagat durchaus gerecht werden konnte.

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