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Am Vorabend der Ewigkeit

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Titel: Am Vorabend der Ewigkeit
Originaltitel: Hothouse
Autor: Brian W. Aldiss
Übersetzer: Walter Ernsting
Buch/Verlagsdaten: Goldmann (Mai 1998), 191 Seiten, ISBN: 3442250463

Eine Besprechung / Rezension von Rainer Innreiter
Weitere Rezensionen von Rainer Innreiter finden sie auf seiner Homepage

Wieder so ein SF-Roman, den man gelesen haben sollte, um einen allgemeinen Überblick über das Genre zu gewinnen. Die Erwartungen meinerseits waren ziemlich hoch, immerhin gewann der britische Autor Brian Aldiss hierfür den begehrten Hugo Award, quasi den Oscar der SF-Branche.

Zum Plot: In ferner Zukunft ist die Erde zu einem Treibhaus geworden, da die Sonne ihrem Ende entgegensieht und immer heißer wird (was in ein paar Milliarden Jahren tatsächlich den Untergang der Erde bewirken wird), während die Erdrotation zum Erliegen gekommen ist und ewiger Tag auf der sonnenbeschienenen Seite herrscht.

Fast das gesamte tierische Leben fiel den neuen Umständen zum Opfer, nur gigantische Insekten sowie Menschen, die zu Zwergen mutierten, können der Pflanzenwelt noch Paroli bieten, die in einem einzigen, gigantischen Feigenbaum kumulierte.

Erzählt wird die abenteuerliche Odyssee eines Menschenjungen, der aus der kleinen Gemeinschaft der überlebenden Menschen ausgestoßen wurde und sich nunmehr alleine durchschlagen muss. Unterwegs findet er jedoch Gefährten sowie eine fast allwissende, wenngleich amoralische Morchel, die sich seines Körpers bemächtigt. Geschrieben ist das ganze flott und gut leserlich. Die faszinierende, neue Fauna und Flora werden ausgiebig beschrieben und fesseln den Leser unweigerlich. Umso farbloser werden die Menschen dargestellt, die kaum mehr als Handlungselemente darstellen, um den Konventionen eines aus der Menschensicht geschilderten Romans zu entsprechen. In diesem Punkt hätte Aldiss sorgfältiger auf Charakterisierung setzen müssen.

Deutlich sieht man dem Roman an, dass er in den pessimistischen 60er Jahren geschrieben wurde, als die Zerstörung der Natur und ihre Auswirkungen erstmals so richtig ins Bewusstsein der breiten Masse drang.

Weshalb Am Vorabend der Ewigkeit den Hugo Award gewann und als Klassiker des Genres gilt, hat sich mir nicht erschlossen; die Geschichte ist einigermaßen originell und spannend, aber nichts Herausragendes. Es gibt andere SF-Romane, die ich drängender dem Interessierten ans Herz legen würde.

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