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Auf der Straße nach Oodnadatta

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Serie/Zyklus: Internationale Science Fiction Stories
Titel/Originaltitel: Auf der Straße nach Oodnadatta
Herausgegeber: Wolfgang Jeschke
Autoren: verschiedene
Verlag/Buchdaten: Heyne, 2002, 588 Seiten, ISBN-13: 978-3453187801

Eine Besprechung / Rezension von Cornelius Ibs-von-Seht

Nachdem es nun auch die Heyne-SF-Reihe erwischt hat und kräftig eingestampft wird, kann man davon ausgehen, daß es aus dem Verlag keine Anthologien mehr geben wird. Die Auswahlbände vom "Magazine of Fantasy and Science Fiction" und "Asimov's Science Ficton" wurden schon offiziell eingestellt, die für Juli angekündigte Story-Sammlung Zukunft ist im Rückstand, die entsprechende Seite auf der Heyne-Homepage unzugänglich. Die "Internationalen Science Fiction Stories" - herausgegeben von Wolfgang Jeschke - darf man jetzt wohl auch zur deutschen SF-Geschichte zählen. Für mich ist die Kurzgeschichte und Novelle schon immer eine Krone der SF gewesen und diese Sammlungen und die Autoren-Anthologien haben mich mein Leseleben lang begleitet. Zufällig ist der erste dieser Bände aus dem Heyne-Verlag auch mein erstes SF-Taschenbuch gewesen, das ich in die Hände bekam: Der Planetoidenfänger brachte 1973 auf 140 Seiten drei Stories aus dem amerikanischen Magazin Analog (dem ehemaligen Astounding. Heute halte ich mit Auf der Straße nach Oodnadatta wahrscheinlich das letzte Exemplar dieser Reihe in den Händen.

Die titelstiftende Story schrieb Alastair Reynolds, der mich mit seinem Debut-Roman Unendlichkeit so begeistert hat. Aber Reynolds kann's auch kürzer, wie man hier lesen kann: Das nichtmal der Tod umsonst ist, ist schon lange bekannt, aber daß auch die Auferstehung vom selben nicht kostenfrei zu haben ist, ist neu.
George Zebrowski beleuchtet in "Die Tode Künstlicher Intelligenzen" andere zelebrale Verwicklungen zwischen Menschen und Maschinen, was ihm sehr pointiert gelingt.
Ein üble Perspektive gentechnischer Entgleisungen entwickelt Nancy Kress: "Und nichts davon wächst hier".
Ian McDonald erzählt "Tendéleos Geschichte", eine fesselnde Novelle aus seinem Chaga-Zyklus, den ich nach diesem Vorgeschmack unbedingt lesen will.

Jeschke bringt in dieser Sammlung ganze sieben Stories deutscher Autoren unter, womit er den Stellenwert einheimischer Produktion ins rechte Licht rückt. Diese Phantasten können mit ihren anglophilen Kollegen locker mithalten. Besonders amüsiert habe ich mich über Christian Hoffmanns "Adam": Einerseits klingt die Idee vom Neanderthaler im Showbiz grotesk, andererseits wirken die Gäste in den täglichen Talkshows von heute nicht immer unbedingt evolutionär weiterentwickelt.
Dem Vernehmen nach dümpelten die verkauften Auflagen der Heyne-SF-Anthologien immer am unteren Rand des Programms. Es ist ja auch bequemer sich auf 500 oder mehr Seiten nur in eine neue Welt einzulesen, als diese Anstrengung gleich sechzehnmal zu unternehmen. SF-Freunde, ihr wißt gar nicht, was euch alles entgangen ist, wenn ihr diese Sammlungen ignoriert habt. Hier gibt's nochmal 16 Einblicke in andere Welten für knapp 15 Einheiten der neuen Kohle inklusive eines geilen Covers von Thomas Thiemeyer. Danach kommt wohl nichts mehr.