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Calibans Krieg (The Expanse, Band 2)

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Serie: The Expanse, Band 2
Titel: Calibans Krieg
Originaltitel: Caliban's War (2012)
Autor: James S. A. Corey
Übersetzung: Jürgen Langowski
Buch/Verlagsdaten:Heyne Verlag (9. April 2013), 656 Seiten Taschenbuch, ISBN-13: 978-3453529298

Eine Rezension von Doris Michel-Himstedt
(weitere Rezensionen von Doris Michel-Himstedt auf fictionfantasy finden sie hier)

 Nach der Zuspitzung der Ereignisse im Vorgängerband „Leviathan erwacht" gibt es große Spannungen zwischen Erde und Mars sowie den Gürtlern. Ein fremdes Lebewesen ist aufgetaucht und befindet sich nun auf der Venus. In „Calibans Krieg" erleben wir nun den großen Konflikt zwischen den Mächten des Sonnensystems. Alles beginnt auf Ganymed. Ein fremdes Wesen taucht auf und metzelt eine Gruppe von UN-Soldaten und einen Vorposten von Mars-Soldaten nieder. Es gibt nur eine Überlebende. James Holden, den wir aus dem ersten Band kennen, wird von den Gürtlern ausgeschickt, um den Zwischenfall zu untersuchen. In einem weiteren Handlungsstrang lernen wir Prax Meng und seine Tochter Mei kennen. Mei wird während des Konflikts auf Ganymed entführt. Holden und seine Crew helfen dem Vater bei der Suche nach seiner Tochter. Eine wichtige Rolle spielt Chrisjen Avarasala. Sie soll im Auftrag der UN den wackligen Frieden zwischen Erde und Mars retten. Bobbie Draper, die einzige Überlebende des Ganymed-Massakers, arbeitet für sie. Wieder wird James Holden, wie in „Leviathan erwacht", mitten in das spannende Geschehen geworfen. Das Protomolekül aus Band 1 siedelt nun auf der Venus und hat sich offenbar weiterentwickelt. Viele Mächte in der politischen Gemengelage zwischen Erde, Mars und dem Gürtel versuchen, irgendwie mit Hilfe des Protomoleküls Vorteile zu erlangen. In Avasaralas POV werden die Intrigen und Winkelzüge ausführlich geschildert. Das Buch endet mit einem schönen Cliffhänger.

Insgesamt ist „Calibans Krieg" vergnüglich zu lesen. Die schon aus dem Vorgängerband bekannten Charaktere machen eine glaubwürdige Weiterentwicklung durch. Insbesondere der Idealist James Holden lernt, ein wenig besser mit der rauhen Wirklichkeit zurechtzukommen, ohne seine Ideale zu verstecken. Ein neuer Charakter, der mir gefallen hat, ist Avasarala. Die alternde UN-Diplomatin wird von ihren Gegnern oft unterschätzt und manövriert sie genauso oft geschickt aus. Dass sie gemeinsam mit Bobbie Draper versucht, einen Krieg zwischen Erde und Mars zu verhindern, ist eine geschickte Ergänzung des Charakters. Bobbie ihrerseits will natürlich das Massaker aufklären, wird dabei aber immer wieder von den Schuldgefühlen als einziger Überlebender heimgesucht. Avasarala hilft ihr dabei auf sehr glaubwürdige Weise.
Das politische Intrigen- und Machtspiel nimmt großen Raum ein. Kaum erstaunt dabei, dass einige Militärs versuchen, auf das Potenzial des Protomoleküls zurückzugreifen, obwohl sie kaum etwas vom Wesen des Aliens begreifen. Auch die Leser wissen am Ende des Buches nur, dass sich das Wesen auf der Venus weiterentwickelt hat. Wir werden wohl erst im nächsten Band mehr dazu erfahren.
Die Story spielt ausschließlich in unserem heimischen Sonnensystem. Sie schreitet flott voran, in jedem Kapitel geschieht etwas Neues, Spannendes. Den Fortgang erleben wir abwechselnd aus der Sicht der verschiedenen Hauptpersonen. Einige Logikfehler stören dabei wenig. SF-Anhänger, die eine Geschichte voller fortschrittlicher Technik, wegweisender Wissenschaft und neuer ethischer Fragen erwarten, werden von „Calibans Krieg" enttäuscht sein. Das Buch ist etwas für Liebhaber von Space Operas mit einer vielschichtigen, flott erzählten Story und abwechslungsreichen Charakteren. Ich freue mich schon auf den nächsten Band, der im Original bereits erschienen ist.