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Horror Film

Cold Blood – Kein Ausweg, keine Gnade

Bewertung: 0 / 5

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Titel: Cold Blood – Kein Ausweg, keine Gnade
Orginaltitel: Deadfall
Regie: Stefan Ruzowitzky
Drehbuch: Zach Dean
Darsteller: Eric Bana, Olivia Wilde, Charlie Hunnam, Kate Mara, Treat Williams, Kris Kristofferson, Sissy Spacek
Musik: Marco Beltrami
FSK: ab 12 Jahren
Spieldauer: 95 Minuten
Studio: Mutual Film Company
Erscheinungsjahr: 2012

Eine Rezension von Sonja Buddensiek
(weitere Rezensionen von Sonja Buddensiek auf fictionfantasy finden sie hier oder auf ihrem Blog "Back down to Earth ")

"Wir dürfen uns nicht trennen!" - "Scht! Hör zu! Du gehst diesen Weg weiter und biegst dann zur Straße ab. Sei vorsichtig. Fahr per Anhalter, immer nach Norden. Wir müssen es bis nach Kanada schaffen. Aber so lange kennen wir uns nicht! Ich bin nicht mehr dein Bruder!"

STORY
Nach einem Überfall auf ein illegales Casino und folgendem Autounfall, der ihre Flucht abrupt unterbricht, muss sich ein Geschwisterpaar mit traumatischer Vergangenheit trennen. In der Winterlandschaft an der kanadischen Grenze schlägt sich Addison durch die Natur, während Schwester Liza von einem gefallenen Boxhelden mitgenommen wird. Verfolgt von Cops hinterlässt Addison eine Schneise der Gewalt auf der Suche nach ihr, während Lizas Weg von Liebe gezeichnet ist, die sie bisher nur in der obsessiven Variante ihres Bruders kannte...

MEINE MEINUNG
Bei "Cold Blood" ist von Anfang an klar, dass er kein typischer 08/15-Thriller ist, das sagt schon die Einordnung als "Crime drama" aus. Denn die Protagonisten Liza und Addison sind keine Guten, die in irgendetwas hineinschlittern, sondern sie selbst sind kriminell und nun auf der Flucht. Von Anfang an besitzt der Film eine düstere und dichte Atmosphäre, in den Szenen, in denen es um Addison geht, ist sie voller Kälte, in denen mit Liza voller Verzweiflung und Angst. Und auch wenn beide Figuren eben nicht die typischen Hauptcharaktere sind, gelingt es ihnen doch, Sympathien einzufangen.

Eric Bana spielt den gefühlskalten und doch auf seine eigene Art sorgenvollen Addison perfekt. Seine Mimik ist die meiste Zeit über beherrscht und passt zur pragmatischen Weise, doch in den Momenten, in denen seiner Figur die Gesichtszüge entgleisen und alles bloßgelegt wird, gefiel er mir am besten. Er ist brutal und schreckt vor Mord nicht zurück, kümmert sich aber liebevoll um seine kleine Schwester und will sie beschützen - die Beziehung der beiden ist aber so intensiv, dass es schon an Inzest grenzt. Auch Olivia Wilde weiß dem Zuschauer den Charakter der Liza wunderbar zu übermitteln: Verängstigt und verletzlich, leidenschaftlich und verführerisch. Es herrscht ein Aufruhr der Gefühle, so richtig öffnet sie sich aber zum ersten Mal, als sie Jay trifft.

Dieser ist ein Boxer, der im Gefängnis war, wenige Stunden nach seiner Freilassung allerdings seinen ehemaligen Trainer niedergeschlagen hat - und nun ebenfalls auf der Flucht ist. Der eher unbekannte Charlie Hunnam verkörpert diesen glaubwürdig und realistisch, seine beherrschte, aber gutmütige Art und vor allem seine tiefe Zuneigung zu Liza machen ihn zu einem gern gesehenen Charakter. Aber auch Kate Mara als von ihrem Vater gedemütigte Polizistin Hannah, die immer versucht zu helfen und Kris Kristofferson als Jays rauer Vater Chet erfüllen den Streifen mit Leben und lassen ihn so authentisch wirken.

"Cold Blood" besitzt keinen langsamen Einstieg, sondern legt direkt mit dem Autounfall nach dem Coup der Geschwister los. Zeitgleich dazu wird erzählt, wie der Boxer Jay aus dem Gefängnis entlassen wird und kurz darauf einen heftigen Streit mit seinem ehemaligen Trainer hat. Nachdem Liza und ihr Bruder sich getrennt haben - wobei kurz vorher eindeutige Anziehungskraft zwischen den beiden bemerkt werden konnte - sind die drei zur selben Zeit auf der Flucht. Dass ein Treffen von Jay und Liza da nicht lange auf sich warten lässt, ist klar, dennoch werden die beiden in ihrem Zusammensein perfekt gezeichnet. Sie erzählen einander ihre Geheimnisse, bei denen besonders Lizas schockieren. Die zärtlichen Gefühle füreinander gingen mir persönlich etwas zu schnell, dennoch sind diese wichtig für den Fortgang der Geschichte.

Der Film ist sicherlich nichts für allzu Zimperliche, denn Addison zögert nicht, Menschen, die ihm in die Quere kommen, kaltblütig nieder zu schießen - allerdings nur Männer. Sehr schnell wird klar, dass er seine Schwester in seinem Beschützerkomplex erdrückt und verängstigt, auch wenn sie ihn ebenso liebt wie er sie. Das Ganze spitzt sich mit der Zeit immer weiter zu, nimmt Fahrt auf und wird äußerst dramatisch, denn Addison scheint die Kontrolle zu verlieren...Der Spannungsbogen nimmt zu keiner Minute ab und selbst in den ruhigen Szenen weiß der Film durch seine besondere Charakterstudie und die interessanten Situationen zu fesseln. Bis zum etwas schnellen, schockierenden, mitnehmenden Ende hin, das in mancherlei Hinsicht offen endet und doch sehr gut schließt. So muss das sein!

FAZIT
"Cold Blood" ist mit seiner spannenden, wendungsreichen und guten Storyline sowie den authentischen Charakteren ein sehr untypischer Thriller. Er reißt mit, lässt den Zuschauer mitfühlen und am Ende noch lange über das Gesehene nachdenken. 4,5 Punkte und eine echte Empfehlung!

 

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