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Essays

Das Universum - Unsere Heimat: QUASARE 1

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Licht aus den Anfängen des Universums
Artikel von Holger M. Pohl Es ist so eine Sache, die Sache mit den ältesten sichtbaren Objekten im Universum ...

 

Vergangenheit

Der Weltraum, unendliche Weiten, und es gibt noch so viel zu entdecken. Im Jahr 1960 machte sich der Astronom Allan Sandage daran, mit Hilfe des Hale-Teleskops, das mit seinem 5-Meter-Spiegel zu jener Zeit das Beste war, was ein Astronom sich wünschen konnte, nach mysteriösen Objekten zu suchen.
Die Radioastronomen hatten Radioquellen lokalisiert und Sandage wollte wissen, ob da nicht nur was zu "hören", sondern auch zu sehen gab. Und das gab es, in der Tat! Bei der Durchforstung der Aufnahmen stellten er und der Astronom Thomas A. Matthews fest, dass zu den Radioquellen auch kleine, blau leuchtende Objekte gehörten. Anscheinend handelte es sich um Radiosonnen am Rand der Galaxis, die man dort schon seit längerem vermutete.
Das einzig Besondere an diesen Sonnen war, dass ihr Spektrum absolut ungewöhnlich war und die Spektrallinien auf sehr ungewöhnliche, exotische Elemente hindeuteten.

 

Im Jahr 1963 fand der Astronom Maarten Schmidt des Rätsels Lösung. Er untersuchte das Objekt 3C 273. Diese Bezeichnung hört sich seltsam an, ist es aber nicht. Sie steht für das Objekt, das im 3. Cambridge-Katalog diskreter Radioobjekte an 273. Stelle steht: 3C 273.
Schmidt fand heraus, dass die Spektrallinien von 3C 273 so ungewöhnlich gar nicht sind - nur extrem rotverschoben! Und wie wir wissen, bedeutet das, dass sich dieses Objekt von uns entfernt. Für 3C 273 ergab sich eine Rotverschiebung von z=0,158 (siehe Glossar) oder eine Geschwindigkeit von mehr als 47.000 Kilometer pro SEKUNDE, mit der sich das Objekt von uns entfernt!

Edwin P. Hubble, der Entdecker der Rotverschiebung und damit der Expansion des Universums, hatte eine Beziehung zwischen der Rotverschiebung und der Entfernung eines Objektes hergestellt. In den Großstrukturen des Universums sind Geschwindigkeit und Distanz über den Hubble-Proportionalitäts-Faktor untrennbar mit einander verknüpft.

Für 3C 273 ergab sich damit eine Entfernung von rund 3 Milliarden Lichtjahren. Letztlich konnte dies nur eines Bedeuten: 3C 273 war ganz sicher keine Sonne! Es war extrem weit weg, extrem hell und sehr klein. Da es jedoch im Spektralbereich einer Sonne ähnlich war und es die Eigenheit hatte, im Radiobereich sehr auffällig zu strahlen, gab man 3C 273 - und ähnlichen Objekten, die man recht schnell danach entdeckte - einen neuen Namen: Quasistellare Radioquellen - QUASAR. Das war die Geburtsstunde der Quasar-Astronomie.

Mittlerweile kennt man rund 6.000 Quasare und mit jeder neuen Entdeckung stößt man weiter ins Universum vor und gleichzeitig in die Vergangenheit zurück.

Was aber bringt dermaßen weit entfernte Objekte dazu, derart hell zu sein und eine solche Menge an Radiostrahlung auszusenden? Was ist der Motor, der einen Quasar antreibt? Was ist ein Quasar eigentlich genau?

Das nächste Mal mehr.

 

 

Glossar:
Rotverschiebung: Die Rotverschiebung eines kosmischen Objektes lässt sich anhand seiner Spektrallinien feststellen. Im allgemeinen wird sie mit "z" und einem absoluten, einheitslosen Wert bezeichnet. Für "z=0" befindet sich das Objekt relativ zu uns gesehen in Ruhe. Für "z größer 0" entfernt sich das Objekt von uns und alle Wellen die uns erreichen, erscheinen uns "ins Rote verschoben". Für "z kleiner 0" nähert sich uns das Objekt und die Wellen sind "blauverschoben". Dies nennt man auch den Doppler-Effekt.

 

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