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Startseite - Spiel - PC / Konsole - Disciples III: Renaissance
Disciples III: Renaissance
Spiele - PC- und Konsolenspiele

Titel: Disciples III: Renaissance
Plattform: Windows XP / Vista / 7
USK: ab 12 Jahre
Verlag: Kalypso Media Group, PC DVD

Eine Besprechung / Rezension von Jürgen Eglseer
(weitere Rezensionen von Jürgen Eglseer auf fictionfantasy findet man hier)

Disciples III: Renaissance ist ein rundenbasiertes Strategie-Rollenspiel. Das bedeutet, dass innerhalb einer Spielrunde gewisse Aktivitäten durchgeführt werden können, sowohl der Spieler als auch die KI sind hier am Zuge. Nach Beendigung der Runde werden die einzelnen Auswirkungen der Aktivitäten sichtbar und man kann in einer neuen Runde darauf reagieren.
Disciples spielt in einer typischen Fantasywelt. Die Welt Nevendaar wurde vom Engel Bethrezen geschaffen, um seinem Himmlischen Vater zu gefallen. An der Erschaffung waren auch andere Götter beteiligt, die verschiedene Rassen schufen. Durch den Verrat der niederen Engel wurden die Menschen, das Kunstwerk Bethrezens, böse und verdorben, Krieg und Missgunst überzog nun Nevendaar. Der Himmlische Vater war darüber so erzürnt, dass er Bethrezen in die Unterwelt verbannte. Mehrere Kriege wurden zwischen ihm und anderen Göttern ausgefochten, mit dem einzigen Zweck, dem verbannten Engel die Rückkehr in den Himmel zu sichern. Mehrere Rassen leben auf Nevendaar, neben den Menschen und üblichen Fantasykreaturen wie Elfen, Drachen oder Zwergen sind auch Armeen von Dämonen und Untoten hier unterwegs. Auch andere Monster wie Trolle, Riesen und viele mehr sind hier zuhause.

Als Spieler kann man sich grundsätzlich nur zwischen den Rassen Menschen, Dämonen und Elfen entscheiden. Das ist schade, denn die Völkervielfalt würde mehr hergeben als nur diese drei Charaktere. Wenn man eine Rasse ausgewählt hat, muss man seinen eigenen 'Beruf' wählen: Kämpfer, Schütze, Magier oder Dieb. Zusätzlich wählt man die Klasse seines Herrschers: Kriegsherr, Erzmagier oder Gildenmeister. Je nachdem, für welche Klasse man sich entscheidet, hat man in einer Runde bestimmte Vorteile, seien es mehr Erholungspunkte bei Verletzungen oder mehr Zaubersprüche pro Runde.

Es folgt nun ein großer Kritikpunkt am Spiel: die Auswahl der Karten. Für den Einzelspielermodus gibt es nur zwei Karten, von denen eine auch noch das Tutorial darstellt. Das ist entschieden zu wenig. Auch mehr Spieler sind vorgesehen, sogenannte HotSeat-Maps, bei denen man sich vor dem Bildschirm rundenbasiert abwechselt, jeder also seinen eigenen Charakter spielt. Hier gibt es nur vier weitere Karten, von denen nur eine einzige Karte für drei Spieler gedacht ist. Das mindert die Lust, das Spiel nochmals durchzukämpfen, erheblich, wenn einfach nichts Neues geboten ist. Ein LAN- oder Online-Modus ist leider überhaupt nicht vorgesehen.

Der Sound ist gut gelungen, manche Special Effects sind etwas falsch dosiert, was die Lautstärke betrifft, aber im Allgemeinen passt das schon so. Ebenfalls gefällt mir die detaillierte Grafik, besonders Städte sind hier sehr schön dargestellt. Das Menü hingegen finde ich etwas zu unübersichtlich, aber man kann sich nach einiger Zeit schon darin einarbeiten. Für wenige Dinge gibt es Automatismen, so beispielsweise für die Fortentwicklung der Städte. Alles andere muss man in einer Runde erledigen - oder man lässt es.

Schwach finde ich die zwei grundsätzlichen Dinge in einem Strategie-Rollenspiel gelöst. Das ist zum einen das Sammeln von Ressourcen. Diese können aus Gold, Steinen, Tränken oder anderen wichtigen Gegenständen bestehen. Leider sind gerade die Artefakte, die den eigenen Charakter in seinen verschiedenen Fähigkeiten verbessern, sehr breit gestreut und häufig zu finden. Somit kann man sich fast schon zu einem Super-Kämpfer entwickeln, während die KI das Ganze zu ignorieren scheint.
Hier kommen wir zum nächsten Punkt. Die KI ist nur rudimentär entwickelt und agiert voraussehbar und nur wenig individuell. Wenn sich ein Kampf anbahnt, so orientieren sich verschiedene Kampftruppen immer auf dieselben Gegner, Monster halten sich an einem Feind fest und ignorieren den Rest und im Gegensatz zu seinem übermäßig ausgestatteten Kämpfer verwenden die Feinde in diesem Spiel Sonderwaffen nur sehr vereinzelt.

Disciples III ist grundsätzlich ein Spiel mit großem Potential, das leider so nicht ausgeschöpft wird. Die mir vorliegende Version ist so nur mit mäßig großem Interesse spielbar, was fehlt, ist ein Upgrade der KI, um diese unvorhersehbar und  eher flexibel agieren zu lassen. Zudem sollten Ressourcen verknappt werden und, um die Spielfreude etwas zu erhöhen, auch mehr Möglichkeiten in der Rassenwahl angeboten werden. Dringend notwendig sind mehr Karten für ein bis drei Spieler! Und in diesem Rahmen könnte man sicher auch noch den einen oder anderen lästigen Bug entfernen, der so nicht im Spiel sein müsste (z. B. werden Menüs plötzlich nicht mehr ausgeblendet, das Spiel bleibt mittendrin hängen).
Mit einem Update des Spieles würde Disciples III zu einem sehr interessanten Werk werden, so kann ich es aber leider nur eingeschränkt empfehlen.

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