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Interviews

Erik Schreiber im Gespräch mit Ottmar Alzner

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Erik Schreiber im Gespräch mit Ottmar Alzner
(weitere Rezensionen von Erik Schreiber auf fictionfantasy findet man hier)

Erik Schreiber: Kannst Du uns kurz etwas über Dich erzählen, am besten in Form eines kurzen Lebenslaufes?

Ottmar Alzner:
Nun, ich wurde am 21.August 1967 geboren, was mich horoskoptechnisch zu einem Löwen macht (Löwen : kennt man ja, pennen 20 Stunden am Tag und lassen die Frauen die ganze Arbeit erledigen. Hab aber keine Frau und muss selber malochen - seufz !) und außerdem zu einem 40-jährigen (ich stecke also voll in der Midlife-Crisis und warte nur noch auf den Mega-Lotto-Gewinn, um mich selbst zu verwirklichen). Geburtsort: Herten, Wohnort: Herten. Zu Herten kann man Folgendes feststellen: So einen Ort müsste es eigentlich nicht geben. Die Welt käme auch ohne ihn zurecht, und man käme viel schneller von Recklinghausen nach Gelsenkirchen, wenn Herten nicht so blöde dazwischen läge und die Zufahrt blockierte. Und das Wetter ist hier ebenfalls mies. Ich bin in Herten auf die Schule gegangen (städtische Realschule, Mathe 5, Deutsch 2, Restfächer 3-4, trotzdem nie sitzengeblieben sondern immer so mit durchgerutscht), habe 13 Jahre in Herten als Betriebsschlosser auf der Zeche Schlägel & Eisen und dem Bergwerk Ewald gearbeitet - bis beide jeweils dichtgemacht wurden - und bin dann ca. 4 Jahre als Wachmann herumgeturnt. Was sich aber weder finanziell auszahlt noch Zeit zum Leben lässt . Also habe ich mich als Schlosser bei einer Zeitarbeitsfirma beworben und hänge jetzt seit 6 Jahren dort rum - obwohl sich das weder finanziell auszahlt noch Zeit zum Leben lässt! Du siehst: Ein Lottogewinn ist meine letzte Chance auf ein menschenwürdiges Leben .

Kommen wir nun zum Versuch, deine Fragen zu beantworten. Ich habe so mit 12 angefangen, eine Fantasygeschichte zu schreiben, und sie alle Jubeljahre mal wieder ganz von vorne neu geschrieben, bis ich sie einfach nicht mehr sehen konnte. Ich hab sie weder veröffentlicht noch überhaupt jemandem gezeigt, und das ist wohl auch besser so . Mit Geschichten, wie sie in Barnard's Planet vorkommen habe ich 2001 angefangen. Ich war damals Wachmann, habe alleine 10-12-Stunden-Schichten bei einem LKW-Center in Wattenscheid und in der Pforte von Nokia in Bochum geschoben und hatte viel Zeit und Langeweile. Da ich im Science-Fiction-Club "Bully's Schreibtisch" bin, für den ich damals schon Zeichnungen gemacht hatte, sandte ich einfach mal eine Kurzgeschichte ein, zu der mich ein missglückter Ibiza-Urlaub inspiriert hatte. Daraus wurden dann innerhalb von 5 Jahren 7-8 kleine Stories mit fortlaufender Handlung, die jeweils aus der Sicht der Hauptperson erzählt wurden. Die erste Hauptperson war David Creed, der als Raumfrachterkapitän sein Dasein fristet und mit der Sex-Androidin Suzie sein Leben versüßt . Dazu kam eine KI (Bordcomputer) namens Monika und alsbald eine Schiffbrüchige namens Chingmy Yao, die sich als Gangsterin von der Triaden/Yakuza-GmbH entpuppte und durch ihre erfrischend bösartigen Sprüche schnell eine meiner Lieblinge wurde .

Thematik? Ich lese, seit ich lesen kann. Habe mit Donald Duck und Asterix angefangen, las Perry Rhodan und Mythor, ging von Piers Anthony und Alan Dean Foster zu Cyberpunk von William Gibson und Walter Jon Williams über, begeisterte mich für die Shadowrun-Serie und verehre David Weber. Süchtig aber bin ich nach Terry Pratchett und seiner Scheibenwelt. Und natürlich lese ich immer noch Comics (amerikanische Originale, Marvel, DC).

Figuren und Humor - Ich muß gestehen, ich verdanke meine Figuren zum größten Teil Fernsehserien wie "Scrubs - die Anfänger", "Friends" und "Will & Grace". Auch die Erzählweise verdanke ich Sitcoms. Und da ich meine Stories in der Ich-Form schreibe, bleibt mir auch gar nichts anderes übrig, als mich dabei über mich selbst lustig zu machen. Wenn man in der Ich-Form bierernst bleibt, sollte man lieber Tagebuch schreiben und hoffen, dass es niemand liest! Aber davon abgesehen, habe ich einfach einen skurrilen Humor mit Tendenz zum Sarkasmus. Anspielungen auf Filme und Literatur sind volle Absicht - aus den Erfahrungen meines eigenen Lebens könnte ich gar nicht so schreiben. Ich verdanke meine blühende Phantasie einzig und allein einem übermäßigen Medienkonsum.

Warum Kurzgeschichten und wie lange hab ich gebraucht? Die Kurzgeschichten ergaben sich, da ich für die Clubnachrichten des Perry Rhodan Briefclub "Bully's Schreibtisch" geschrieben habe. Das ist eine Fanpublikation mit begrenztem Umfang. Da kann man nicht einfach einen Roman hinschicken, weil das Heft sonst zu teuer würde. Oder die Story in Kapiteln aufgeteilt werden müsste und sie dann bald keiner mehr liest, weil das Heft monatlich erscheint und sich keiner mehr an den Anfang der Geschichte erinnert, obwohl man ja erst beim 36. Kapitel angelangt ist und lediglich 58 weitere auf einen warten. Also wurden es fortlaufende Kurzgeschichten, die dann auch noch von verschiedenen Hauptpersonen erzählt wurden. Ist halt so. Hat aber Spaß gemacht. Als Michaela Stadelmann, meine Verlegerin, dann gerne ein Buch von mir haben wollte, weil sie eine meiner Geschichten so toll fand ("Cthulhu wird kommen"), hab ich die drei thematisch passenden, von Barnard's Planet handelnden zusammengefasst. Hat mit Überarbeitung gerade einen Monat gedauert.

Titel, Buchcover, Klappentext - Titel und Buchcover sind von mir! Das Bild hab ich selbst gemalt. Die Innenillustrationen ebenfalls und es gibt ein paar Schwarzweiß-Bilder der Hauptpersonen mit ergänzenden Texten dazu. Allerdings ließe sich das Cover mit ein paar dutzend Arbeitsstunden wohl noch verbessern. Ich hab letztes Jahr eine ganze Woche dran gesessen und wollte am Ende nur noch, dass das verdammte Ding endlich fertig werden würde. Was man leider auch merkt. Einen Klappentext hatte ich ebenfalls verbrochen, aber Michaela meinte, der würde zu viel vom Inhalt verraten, und hat dann einen eigenen geschrieben .

Was wird die Leser als Nächstes erwarten? Ich arbeite gerade am "Prequel" zu Barnard's Planet. Hört sich jetzt bescheuert an - ist aber so. Ich hatte ja zuerst die Stories mit David Creed und dem Raumfrachter geschrieben, in denen Suzie nur eine Nebenrolle hatte und Chingmy Yao noch gar nicht vorkam. Die muss ich jetzt unbedingt überarbeiten und grafisch aufmotzen. Was ein Weilchen dauern kann. Aber zwei Stories hab ich schon soweit fertig und an der dritten wird gewerkelt. Ich bemüh mich! Harret aus!

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