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Galfalek

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Titel: Galfalek
OT: Galfalek Tome 1 –3; Galfalek Tome 4
Szenario: Jean-Charles Gaudin
Zeichnungen: Franck BIancarelli
Farben: Lencot & Quilici
Ü: Horst Berner
Ausstattung: Hardcover, 192 Seiten
ISBN: 978-3-7704-3501-2
Verlag: Ehapa Comic Collection, 2012

 

Eine Besprechung / Rezension von Frank Drehmel
(weitere Rezensionen finden Sie hier auf fictionfantasy)

Ein Moment des Aufbegehren gegen den grausamen neuen König der Stadt der Hohen Mauern,  den ehemaligen Schatzmeister Reynalk, kostet den Söldner Galfalek nicht nur die rechte Hand auf dem Richtblock, sondern zwingt ihn auch in die Verbannung.
Doch seine Geliebte, Ysiris, will dieses Schicksal nicht akzeptieren und lässt dem Gezeichneten durch den Boten Heink einen magischen rechten Handschuh zukommen, der, legt man ihn an, die Identität des Trägers verschleiert. So ausgerüstet begibt sich Galfalek zurück in die Hohen Mauern, um angesichts des aktuellen Zustandes der Stadt zu erschaudern: seine ehemaliger Kamerad, Godrom, ist zum Speichellecker des neuen Despoten verkommen und setzt dessen grausame Entscheidungen ohne Zögern um, schmiedet im Hintergrund jedoch auch eigene ambitionierte Pläne. In Besitzt des Gegenstücks das magischen Artefakts versucht er zum einen, unter falscher Identität die Opposition gegen den neuen Herrscher, die sich im sogenannten „Zirkel“verbündet hat, zu infiltrieren und auszuschalten, zum anderen versucht er die Liebe Ysiris' zu erzwingen.
Und inmitten dieses Strudels aus Gewalt, Korruption, Intrigen und Verrat findet sich Galfalek nach sein Rückkehr wieder, nicht ahnend, dass von den Handschuhen eine tödliche Gefahr für ihren Träger ausgehen kann, falls er sich als zu schwach erweist. Der erste, der diese Gefahr am eigenen Leib zu spüren bekommt, ist der kleine Sohn des Söldners.

Die vorliegende Gesamtausgabe der Tetralogie des Szenaristen Jean-Charles Gaudin, welcher der deutschen Leserschaft insbesondere durch seine beiden Serien „Marlysa“(dt. bei Carlsen und Splitter) und „Angor“(dt. bei Splitter) bekannt sein dürfte, beinhaltet die Album „Der Handschuh des Vergessens“(Le gant de l'oubli), „Der Zirkel“(Le Cercle), „Die „Hohen Mauern““(Les ''Hauts Murs'') sowie „Der Niedergang des Königs“(Le crépuscule des rois).
Mit viel Wohlwollen lässt sich die Serie zwar der Heroischen Fantasy zuordnen, aber das Phantastische, das Metaphysische hält sich –freundlich ausgedrückt –in äußerst überschaubarem Rahmen. Im Mittelpunkt steht vielmehr das ganz und gar menschliche Mit- und Gegeneinander in einer (fiktiven), mittelalterlich anmutenden Despotie, die in erster Linie durch Grausamkeit und Willkür auf Seiten des Herrschenden und Verelendung der Beherrschten gekennzeichnet ist, wobei die Figurenkonstellationen, die Konflikte und Bruchlinien allerdings genauso gut in einem „Science Fiction“-Setting stattfinden könnten und insofern alles andere als einmalig oder originell daherkommen.
Bedauerlicherweise kommt die von langweiligen, substanzlosen, dem Leser bis zum Schluss fremd bleibenden Charakteren getragene Handlung so zäh wie Aal-Schleim daher, denn anstatt die Story stringent voranzutreiben, schlägt der Autor einen erzählerischen Haken nach den anderen und überfrachtet die Geschichte mit Figuren, einem ständigen Auf und Ab der Aktionen des Aufbegehrens. Ich selbst hatte Schwierigkeiten auch nur einen der vier Teile dieses Sammelbandes in einem Zug durchzustehen, ohne sanft zu entschlummern.
Dafür, dass sich das Ganze als zähe Angelegenheit erweist, trägt das unspektakuläre, visuell monotone Artwork Blancarellis sein Scherflein bei. Statische, detail- und kontrastarme Bilder sowie eine trübe Koloration ohne farbliche Eyecatcher potenzieren künstlerisch die Ödnis der Geschichte.

Fazit: Ein langweiliges, visuell wie erzählerisches monotones Stück Heroischer Fantasy, dessen Konsum eine gewisse Leidensfähigkeit, Standhaftigkeit und mehrere Liter starken Kaffees voraussetzt.

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