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Die Münzen von Zakynthos!

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Titel: Die Münzen von Zakynthos!
Serie: Grimm, Band 1
OT: Grimm Volume One
Story: Jim Kouf & David Greenwalt
Script: Marc Gaffen & Kyle McVey
Zeichnungen: JoséMalaga
Farben: Thiago Dal Bello
Ü: Sandra Kentopf
Ausstattung: SC mit Faltcover, 144 Seiten
ISBN: 978-3-86201-971-7
Verlag: Panini Comics, 2014

Eine Besprechung / Rezension von Frank Drehmel
(weitere Rezensionen finden Sie hier auf fictionfantasy)


Das vorliegende Tradepaperback basiert auf der us-amerikanischen TV-Show „Grimm“, die seit 2011 von NBC in Amerika ausgestrahlt wird und seit 2013 in Deutschland auf VOX zu sehen ist.
Im Mittelpunkt der Handlung steht Polizei-Detective Nick Burkhardt, der ein gebürtiger Grimm ist und der daher die angeborene Fähigkeit besitzt, sogenannte Wesen zu erkennen, mythische, mystische Wesen, die sich hinter einem menschlichen Äußeren verbergen und die den normalen Menschen mal mehr, mal weniger oder gar nicht wohlgesonnen sind, deren Gesinnung also so differenziert und unterschiedlich wie die der Menschen ist, unter denen sie sich unerkannt bewegen.
Zur Seite stehen dem Detective sein Kollege Hank Griffin, ein Normalo, ein „Ungesicht“, der erst im Laufe der Serie von Burkhardts Fähigkeiten erfährt, sowie Eddie Monroe, ein Werwolf –im grimm'schen Sprachgebrauch ein Blutbader -, ein Uhrmacher, der sich vegetarisch ernährt und auch ansonsten auf seine Gesundheit achtet und der dem in mystischen Dingen unerfahrenen Nick mit Rat und Tat behilflich ist.

Gerade als er einen Fall von  blutigem „Rassismus“innerhalb der Wesen-Community abgeschlossen hat, erreicht Nick Burkhardt der Hilferuf seiner Mutter, die sich mit den drei Münzen von Zakynthos –bösartigen Artefakten, die bei sorglosem Umgang in jedem Besitzer eine ungeheuerliche Machtgier und Manipulationsfähigkeit wecken –in Wien aufhält und damit ganz oben auf der Abschussliste der Warane steht, einer Organisation im Dienste der königlichen Familien, Wesen die in Erinnerung an alte glorreiche Zeiten ihre Herrschaft über die Menschheit sowie ihresgleichen zu restaurieren trachten.
Umgehend reisen der Detective, Hank und Monroe in die Alte Welt, um die Mutter zu retten, müssen jedoch vor Ort vom örtlichen Widerstand –Wesen, die sich den Ambitionen der Königsfamilien notfalls auch gewaltsam widersetzen - erfahren, dass die sich mittlerweile in der Gefangenschaft der Warane befindet, die Münzen allerdings vorher verstecken konnte. Und nicht nur dass: durch ihr Auftauchen geraten auch die drei Freunde ins Visier der faschistoiden Organisation.
In einer brenzligen Situation erhalten sie unversehens Hilfe von einer jungen Frau namens Maya, die nicht nur eine formidable Kämpferin ist, sondern wie Nick ebenfalls eine Grimm.  Die Suche nach den Münzen und die Rettung der Mutter führt die Gefährten quer durch Mittel- und Südeuropa, wobei die Männer nicht ahnen, dass Maya falsches Spiel mit ihnen treibt, ein Spiel, das in der Frage gipfelt, ob Blut tatsächlich dicker als Wasser ist? .

Um die vorliegende Story zu verstehen, muss man zwar nicht die Serie aus dem Effeff kennen, sollte aber idealerweise, um die Motive aller Beteiligten besser verstehen zu können, zumindest die Folgen gesehen haben, die sich um die Münzen ranken –auf jeden Fall aber die Episode „Three Coins in a Fuchsbau“.
Abgesehen davon bietet die Geschichte nette, straighte, popcornmäßige Mainstreamunterhaltung, die –und das ist für ein Merchandise-Comic eher ungewöhnlich –tatsächlich ein zentrales TV-Show-Ereignis zu einem Ende führt. Allerdings bleiben die Charaktere selbst –sofern man die Show nicht kennt –relativ blass und es mangelt am typischen monroe'schen Humor. Neulinge werden zudem Probleme mit der grimm'schen Wesen-Namensgebung haben, die beispielsweise aus einem Werlöwen einen Löwenzahn und aus einem Werwolf einen Blutbader macht.
Das klare, leicht kantige und von der Strichführung her zackig-schnelle Artwork ist –wie in diesem Comic-Segment üblich - eher weniger ambitioniert, eine typische Auftragsarbeit, die zwar besonders an der unzulänglichen grafischen Umsetzung der realen Schauspielervorbilder leidet, die aber schlussendlich nicht vollkommen unerträglich ist, zumal es dem Serien-Fan ohnehin eher auf die Story als auf künstlerisches Handwerk ankommt.

Fazit: Eine gefällig erzählte, straighte und questorientierte Geschichte, deren voller Genuss zwar –nicht unerwartet - etwas Vorwissen voraussetzt, die aber zumindest für den Serien-Kenner einige weiterführende Informationen bereithält.

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