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.hack//SIGN - Collector`s Edition (Volume 1)

Bewertung: 5 / 5

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Genre: Fantasy / Science Fiction
Reihe: Collector's Edition / Volume 1
Titel: .hack/SIGN
Regie: Koichi Mashimo
Bildformat:16:9
Tonformat: Dolby Digital 2.0 Deutsch, Dolby Digital 2.0 Japanisch
Untertitel:Deutsch
Daten: Nipponart (September 2015), FSK 16, circa 330 min, UVP 69,95 EUR, EAN: 4260408050052

Eine Rezension von Markus Drevermann

Das .hack-Universum, entwickelt von Bandai, ist groß, sehr groß. Es umfasst Romane, Spiele, Manga und mehrere Anime, sowohl Serien als auch OVAs. .hack//SIGN bildet mit dem Roman .hack//AL Buster den Auftakt.

Das ganze Franchise spielt im MMORPG The World. Im Jahr 2005 brach das Internet zusammen und es gibt nur noch ein stabiles System. Im Jahr 2007, in dem die Geschichte von .hack//SIGN spielt, hat The World mehrere Millionen Spieler, die viel Zeit in der virtuellen Welt verbringen. Mit einem davon gibt es allerdings ein Problem. Tsukasa kann sich nicht mehr ausloggen, aber dafür Dinge tun, die vollkommen der Spielmechanik widersprechen. So kann er ohne Probleme seinen Standort wechseln und in Bereiche vordringen, die anderen Spielern verborgen bleiben. Dies sorgt natürlich für Aufregung unter den anderen Spielern, besonders da Tsukasas Fähigkeiten sich nicht nur auf die Spielmechanik beschränken. Er kann die virtuelle Welt, riechen, fühlen und schmecken und vor allem eines ist äußerst schockierend. Als Tsukasa angegriffen wird und der Avatar seines Gegners stirbt, hat dies ebenfalls Auswirkungen auf den Spieler selbst, der einen epileptischen Anfall erleidet. Fortan stellt sich die Frage, wer Tsukasa ist und warum er diese Fähigkeiten besitzt, die nach ihrem Bekanntwerden die Aufmerksamkeit verschiedener Spieler von The World auf sich ziehen. Manche wie Bear oder Mimiru wollen Tsukasa helfen, andere sehen einen persönlichen Vorteil darin, sich mit ihm anzufreunden.

.hack//SIGN ist eins mit Sicherheit nicht: ein Actionfeuerwerk. Wer auf so etwas hofft, wird bitter enttäuscht werden. Großartige Kämpfe, ob mit Schwert oder Magie gibt es nicht, obwohl The World ein Fantasyrollenspiel ist. Der Fokus liegt nicht auf diesen üblichen Zutaten, stattdessen setzt .hack//SIGN auf eine äußerst ruhige Erzählweise, auf Charakterentwicklung, auf Mysterien und eine sich langsamen aufbauende, aber sich dann haltende Spannung. Die Charaktere besitzen alle ihre individuellen Eigenheiten, keiner ist ein bloßes Abziehbild. Die Macher haben sich sehr viele Mühe gegeben, sie sowohl in ihrem Aussehen als auch in ihrem Verhalten deutlich zu unterscheiden und gleichzeitig nicht in Stereotype zu verfallen und sie entsprechend sympathisch zu machen. Die vorerst wichtigsten Charaktere sind natürlich Tuskasa selbst sowie Bear, Subaru, Mimiru und Sora.

Bear ist in The World ein Krieger und es wird klar, dass er bereits älter ist und als Vater das Gefühl hat, versagt zu haben. Er ist es vor allem, der herausfinden will, was Tsukasa in dem Rollenspiel festhält und forscht sowohl im Spiel selbst, als auch in der Realität nach den Gründen. Im weiteren Verlauf entwickelt er Vatergefühl für Tsukasa, bei dem er vermutet, dass er in Wirklichkeit ein in Koma liegendes Mädchen ist. Subaru ist die Anführerin der Roten Ritter, die im Spiel die Aufgabe der Polizei übernehmen und deswegen Hacker suchen und dafür sorgen, dass sie ausgeschlossen werden. Bereits in den ersten Folgen reflektiert sie aber ihr Handeln. Mimiru ist eine Kriegerin, die sich mit Tsukasa anfreundet und ihm beisteht, so gut sie kann, während Sora ein Einzelkämpfer mit überragenden Kampffähigkeiten ist, der hauptsächlich auf seinen eigenen Vorteil und Spaß bedacht ist und somit mit dem Auftauchen Tsukasas neue Möglichkeiten für sich sieht.

Zusammen ergeben sie ein komplexes System an Figuren, dass immer enger miteinander verflochten wird. Die Handlung wird hauptsächlich durch Dialoge vorangetrieben und seltener durch etwas wohldosierte Action. Nur eine Folge zeigt The World als das, was es ist. Ein Fantasyrollenspiel, in dem die Spieler viel Zeit verbringen können. Diese dient zugleich dazu, zu zeigen, dass Mimiru eigentlich nur noch aus Gewohnheit in dem Spiel ist und nicht weil es ihr wirklich Freude bereitet. Erst ein Neuankömmling schafft es, sie wieder etwas für das Spiel zu begeistern. Verknüpft wird die Handlung im Spiel nur in kurzen Szenen mit der realen Welt, die Tsukasa wahres Ich zeigen. Diese Handlungsteile sind allerdings ohne Ton und Schwarz-weiß, was viel zur rätselhaften Atmosphäre des Anime beiträgt.

Animationen, Synchronisation und Soundtrack

Durch all das wird .hack//SIGN zu einem sehr vielseitigen und vielschichtigem Werk, dass viel zu bieten hat, aber auf das man sich einlassen muss. Denn .hack//SIGN nimmt sich wirklich viel Zeit und die visuelle Umsetzung ist nicht effekthascherisch, sondern dient einzig und allein dazu die Geschichte zu erzählen. Die meisten Hintergründe sind sehr ruhig angelegt und Magieanwendung wird nicht übertrieben dargestellt, aber auch dadurch entsteht eine faszinierende Atmosphäre, die einen in die Geschichte zieht. Da Dialoge die Handlung bestimmen, ist oft wenig Bewegung im Bild, denn die Charaktere stehen sich meist still gegenüber und häufig wird nur ihr Gesicht animiert. Die Hintergründe sind gut ausgearbeitet und sehen fantasievoll und detailreich aus. Trotzdem wird es viele abschrecken einen auch visuell ruhigen Anime anzusehen, was in diesem Fall ein echter Fehler ist. Die Synchronisation ist äußerst gelungen, die Stimme sind passend zu den Charakteren und ihren Eigenschaften gewählt und vermögen die Emotionen zu transportieren, gerade bei .hack//sign ist dies wichtig, da die Geschichte über die Dialoge erzählt wird.

Herausgehoben werden muss die fantastische Musik von Yuki Kajiura. Passender und schöner könnte sie nicht sein. Das Fantasy-Thema ist perfekt umgesetzt und es werden viele verschiedene Instrumente eingesetzt, um den Inhalt des Animes zu unterstützen und eine traumhafte Atmosphäre zu schaffen. Hoffentlich findet der Soundtrack seinen Weg auf CD nach Deutschland. Einzig die unsägliche Titelmelodie, die so gar nicht zum Inhalt passen will, hätte gerne anders sein dürfen.

DVD-Release

Das Bild ist für eine DVD und für das Alter des Anime richtig gut. Die Zeichnungen sind scharf und die Linien klar und deutlich zu erkennen. Die Farben sind kräftig und leuchtend. Der Ton liegt sowohl in Japanisch als auch Deutsch in Dolby Digital 2.0 vor und kann somit keine Akzente setzen. Beide Tonspuren unterscheiden sich im Prinzip nicht. Die Sprecher sind leicht zu verstehen. Rauschen oder Verzerrungen gibt es nicht.

Das Bonusmaterial fällt zwar nicht üppig, aber mehr als ausreichend aus. In dem sehr schönen Digipack befinden sich drei DVDs, auf denen neben den Folgen Trailer, Textless Opening and Ending sowie ein Interview mit den Machern sind. Daneben gibt es Aufkleber zur Serie.


Fazit

.hack//SIGN ist ein Anime ganz eigener Art. Statt auf Eskalation und Dauerfeuer setzt er auf eine starke Geschichte und ebensolche Figuren. Wer sich auf eine ruhige Erzählweise einlässt, wird mit einer spannenden, tiefgehenden Handlung belohnt, die sich ebenfalls in der visuellen Umsetzung spiegelt. Aber vor allem die Musik von Yuki Kajiura lässt .hack//SIGN so besonders werden. 4,5 von 5 Punkten.

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