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Happy

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Titel: Happy!
OT: Happy! (#1 - 4)
Autor: Grant Morrison
Zeichnunge: Darick Robertson
Farben: Richard P. Clark; Tony Avina
Ü: Gerlinde Althoff
Lettering: RAM
Ausstattung: SC, 132 Seiten
ISBN: 978-3-86201-959-5
Verlag: Panini Comics, 2014

Eine Besprechung / Rezension von Frank Drehmel
(weitere Rezensionen finden Sie hier auf fictionfantasy)


Nick Sax war einst ein idealistischer junger Polizist. Die Abscheulichkeiten, die er jeden Tag im Dienst zu sehen bekam, ließen ihn erst zum Alkoholiker werden und dann zu einem Auftragsmörder. In seiner dreckigen, Schmutz starrenden  Welt, in der seine Gesichts-Ekzeme noch das Freundlichste sind, was ihm täglich –im Spiegel –anstarrt, überlebt nur der Rücksichtsloseste und Schnellste.
Eines Tages fängt sich Nick während eines „Wet jobs“eine Kugel ein, was insofern problematisch ist, als urplötzlich nicht nur die Polizei hinter ihm her ist, sondern auch die Mafia, die ihn im Besitz eines Passwortes glaubt. Das Letzte, was Nick wahrnimmt, als er im Krankenwagen auf den Weg in ein Mafia-Hospital das Bewusstsein verliert, ist ein kleines, blaues, fliegendes, sprechendes Einhorn.
Als Nick erwacht, flattert das Einhorn, das sich Happy nennt, immer noch über seinem Bett und lässt sich auch nicht durch Desinfektionsspray vertreiben. Obgleich der Ex-Cop fest an eine Halluzination –möglicherweise in Folge eines Hirntumors oder seines Suffs –glaubt, zumal andere das Tierchen weder sehen, noch hören können, lässt er sich von Happy zur Flucht überreden, da laut seines neuen Freundes Mafia-Folterer auf dem Weg sind, um das Passwort aus ihm rauszukitzeln, -schneiden oder -brennen.
Die Flucht gelingt und Sax findet sich in einer heruntergekommenen Absteige wieder, als ihm sein wundersamer Kumpel eröffnet, dass er noch 52 (und nach einem Nickerchen 36) Stunden Zeit habe, die kleine Hailey zu retten, dessen imaginärer Freund es ist und die sich in den Händen eines als Weihnachtsmann verkleideten, perversen Kindermörders befindet.
Bevor Nick zustimmt, benötigt er allerdings einen Beweis, dass das fliegende blaue Einhorn real ist. Und was bietet sich da in Anbetracht der Unsichtbarkeit Happys Besseres als ein Poker-Spiel an? Doch auch nach dem Spiel, das übrigens in einem Blutbad endet, ist Nick nur widerwillig bereit, Happy zu helfen, zumal nach wie vor Cops und Mafia hinter ihm her sind und der Tod der Kleinen ihn vom dem blauen Freund erlösen würde.

Eine vollkommen absurde Figurenkonstellation, ein geradezu bizarres Setting, schräge Typen und Dialoge, ein gehöriges Maßan „Crime noir“und Brutalität sowie das visuell tiefe, realistische Artwork Darick Robertsons sollten eigentlich Garanten für unbeschwerten Lesespaßsein. Doch tatsächlich nimmt das Comic einen nicht wirklich gefangen, da das stereotyp Düstere des „Crime Noir“sowie die klischeehaft gezeichneten menschlichen Protagonisten, denen zudem jegliche sympathische Attitüde abgeht, die Leichtigkeit und den Sense of Wonder, den die Konfrontation mit Happy in die Geschichte einbringen könnten, nicht nur dominieren, sondern regelrecht erdrücken und insofern nichts bleibt, als ein brutaler Krimi, mit absurden Untertönen. Und so putzig das kleine Einhorn visuell auch sein mag, so deutlich wird andererseits, dass auch Zeichner Robertson mit seinem Konzept auf der sicheren Seite zu bleiben bemüht war und –wie Autor Morrison –eben nicht losgelöst und frei künstlerisch fabuliert hat.

Fazit: So vielversprechend der Ansatz eines Team-ups zwischen einem moralisch wie körperlich vollkommen abgewrackten Ex-Cop und einem imaginären Freund in Form eines kleinen, blauen, fliegenden Einhorns auch sein mag, so ernüchternd ist das Endergebnis, dem es sowohl an Frische, als auch Leichtigkeit, als auch an erzählerischem und zeichnerischem Mut fehlt.

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