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Horror Film

Im Augenblick der Angst

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Titel: Im Augenblick der Angst
Originaltitel: Anguish
Regie: Bigas Luna
Drehbuch: Bigas Luna, Michael Berlin
Produktion: Pepon Coromina
Darsteller: Zelda Rubinstein, Michael Lerner, Talia Paul, Angel Jove, Clara Pastor, Isabel Garcia Lorca
Laufzeit: 81 Min.
FSK: 16
Spanien 1985

Eine Besprechung / Rezension von Max Pechmann
(weitere Rezensionen von Max Pechmann auf fictionfantasy findet man hier)

Regisseur Bigas Luna gilt neben Pedor Almodovar als einer der wichtigsten Vertreter des spanischen Kinos. Mit „Im Augenblick der Angst“ schuf er einen Klassiker des Horrorfilms der 80er Jahre.
Der Film erzählt zwei Geschichten. Zum einen gibt er die Handlung eines Films wieder, dem Zuschauer in einem Kino folgen. Darin geht es um den wahnsinnigen Mörder John, der von seiner Mutter dazu angestachelt wird, Menschen zu töten, indem er ihnen die Augen ausschneidet. Dieser Handlung stehen die Geschehnisse in dem Kino, in welchem der Film gerade läuft, gegenüber. Dort gruseln sich die Zuschauer fast zu Tode. Zugleich scheint auch in dem Kinosaal ein Verrückter sein Unwesen zu treiben.
Grundthema des Films ist die Wahrnehmung. Es geht darum, wie wir etwas wahrnehmen, sowie um die Beeinflussung visueller Medien, wobei der Film die in den 80er Jahren von Pädagogen angestachelte Diskussion über die Gefahr, welche von Horrorfilmen angeblich ausgeht, mit schwarzem Humor würzt.
„Anguish“, so der Originaltitel, kommt jedoch nicht als typischer Slasher-Movie daher. Im Gegenteil, Bigas Luna setzt die Thematik so genial um, dass sein Werk mittlerweile zu den intelligentesten Horrorfilmen zählt. Luna arbeitet mit unterschiedlichen Perspektiven, lässt Handlungen parallel ablaufen, spielt mit der Wahrnehmung der Zuschauer in dem Kino und zugleich mit derjenigen der realen Zuschauer, welche sich den Film (damals) im Kino oder (heute) zuhause ansehen.
„Im Augenblick der Angst“ sollte man konzentriert folgen, denn nur so kommt man in den Genuss von Lunas Tricks und Spielereien, welche mit Perspektiven und den unterschiedlichen Wahrnehmungen zu tun haben. So ist die Optik des Kinofilms eine andere als diejenige, welche die Geschehnisse in dem Kino verfolgt. Zugleich ändert sich immer wieder die Perspektive des Kinofilms. Zum einen ist es diejenige der Kamera, mit welcher der Kinofilm aufgenommen wurde, zum anderen diejenige der Zuschauer, welche auf der Leinwand den Film verfolgen. Daher gilt im wahrsten Sinne des Wortes: Augen auf.
Bigas Luna wird dabei beinahe größenwahnsinnig, indem er teilweise einen irren Parallelismus schafft. Während die Kinobesucher den Film betrachten, beobachten sie zugleich andere, fiktive Kinobesucher, welche sich ebenfalls einen Film im Kino ansehen. Dies geht so weit, dass sich die Ereignisse in der „Realität“ denen des Kinofilms und denen des Films im Film angleichen.

„Im Augenblick der Angst“ ist ein hervorragender Horrorfilm, der aufgrund seiner visuellen Verspieltheit teilweise überaus extrem wirkt. Für Horrorfans ein Muss.

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