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Essays

Inhaltlicher Überblick zum Pern Zyklus

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Hier ein paar Worte zum Zyklus selbst:

Die Welt Pern, gerechnet von der Handlungszeit des ersten Buches, wurde vor mehr als zweitausend Jahren besiedelt. Das meiste Wissen ging jedoch verloren, als ein Komet, der die Sonne Rubkat in einem 250 Jahre umfassenden Zyklus umkreist, zurückkehrt und schädlichen Einfluss auf die Bewohner Perns in Form von Sporen nimmt, die in unangenehmer Weise alles Leben, auf das sie treffen, verbrennen.
Die Kolonisten ahnten von der Gefahr nichts und so fanden viele den Tod. In ihrer Verzweiflung erzeugten sie eine genmanipulierte, viel größere Form einer auf Pern heimischen Lebensform, die Drachenechse genannt wird. Die sind normalerweise bis zu einem halben Meter lang, können fliegen und besitzen die Gabe des distanzlosen Schrittes. Die genmanipulierte Version dieser Gattung hat Elefantengröße, ist in der Lage, problemlos einen Menschen durch die Luft zu tragen, kann sogar durch das Kauen bestimmter Steine Feuer spucken ist und überdies intelligent und in der Lage, mit ihrem menschlichen Partner telepathisch in Kontakt zu treten. Kurzum, die Menschen haben gutartige Drachen gezüchtet.
Von Beginn an leben die Drachen mit den Menschen stets in enger Verbindung. Gleich nach dem Schlüpfen aus dem Ei geht jeder Drache mit einem Menschen seiner Wahl eine lebenslange Verbindung ein. Für einen Drachen bedeutet dies sogar, dass er beim Tod seines Reiters diesem in den Tod folgt. Die Staatsstruktur der Drachen gleicht einem Bienenvolk. Eine goldene Königin ist als einzige in Lage, Eier zu legen. Doch halt, das ist nicht ganz Richtig. Es gibt auch grüne Weibchen, die ebenfalls dazu in der Lage sind, doch die Menschen verhindern dies, da die Eier grüner Drachen qualitativ schlechter sind. Um dies zu erklären, muss ich auf die Hierachie der Drachen eingehen. Es gibt neben bereits erwähnten goldenen und grünen Weibchen noch Bronzedrachen, Braune und Blaue Drachen. Allesamt Männchen, doch nur den Bronzedrachen ist es möglich, ein goldenes Weibchen im Paarungsflug zu schwängern, denn sie sind die stärksten und schnellsten männlichen Drachen und nur die goldenen Weibchen sind größer.
Während normalerweise nur Männer eine Bindung mit den Drachen eingehen, ist eine Verbindung mit einer goldenen Königin nur Frauen erlaubt. Alle Drachen leben zusammen mit ihren Reitern, also ihren Partnern, in einem sogenannten Weyr zusammen, wobei die Reiterin der Königin Weyrherrin ist und der Reiter des Bronzedrachens, der die Königin zuletzt erfolgreich beflogen hat, Weyrherr.

Um wieder auf den Zyklus zurückzukommen: Die Hoffnung der Menschen hat sich bestätigt. Die Drachen waren in der Lage, den Sporeneinfall aufzuhalten, indem die Sporen in der Luft verbrannt wurden. Im Laufe der Jahre entwickelte sich ein kompliziertes Sozialsystem, das eine Art gleichberechtigte Basis zwischen Burgen, Gildehallen und Weyrs mit sich brachte, wobei die Burgen Abgaben an die Weyr zu entrichten hatten und diese im Ausgleichdafür die Sporen bekämpften. Das Problem an dieser Staatsstruktur war jedoch, dass auf 50 Jahre Sporenfall 200 Jahre ohne Sporenfall folgten. Noch schlimmer auf die Struktur von Pern wirkte es sich jedoch aus, als in einem Zyklus die Komet nicht nahe genug an Pern heran kam, um Fäden auszusenden. So kam es, dass die Menschen vor der erneuten Wiederkehr nicht mehr bereit waren, ihren Tribut an die Drachenreiter zu entrichten und auch auf deren Warnungen nicht hörten. Just in jener Zeit legte die Drachenkönigin des einzigen noch verbliebenen Weyrs ein Königinnen-Ei. Die Drachenreiter schwärmten aus, um würdige Kandidatinnen zu finden, die dann der schlüpfenden Königin gegenüber gestellt werden sollten, damit diese die geeignete Partnerin findet.
Was folgt, erinnert ein wenig an Aschenputtel, liest sich aber sehr gut und in der zweiten Hälfte des Buchs nimmt die Geschichte richtig Schwung, so daß man das nächste Buch gleich in die Hand nehmen möchte.

Der ganze Zyklus liest sich recht flüssig und obwohl er in meinem Bücherregal einen halben Meter belegt, war ich doch in verhältnismäßig kurzer Zeit durch. Anne Mc Caffrey schreibt flüssig und versteht es die Geschichte abwechslungsreich zu erzählen.

Besonders wichtig sind in diesem Zusammenhang zwei Besonderheiten dieses Zykluses:
Zum einen werden die Hauptpersonen eines Buchs regelmäßig gewechselt. Dabei sind die neuen Protagonisten nur in den seltensten Fällen andere Drachenreiter, sondern, so scheint es, fast willkürlich gewählte Figuren der Welt Pern. Das ist gut so, denn so erfährt man viel über die Eigenheiten von Pern, man lernt die Harfner-Gilde kennen, die neben Musik sich auch die Wissenserhaltung und Weitervermittlung als Ziel gesetzt hat.
Man bekommt einen Einblick in die politischen Machenschaften einzelner Barone - ja man bekommt die Geschichte sogar einmal aus der Seite von Ausgestoßenen erzählt. Doch nicht nur Protagonisten und Handlungsschauplätze ändern sich. Nein, auch Schreibstil und Aufbau eines Romanes können von Band zu Band variieren. Ein Band ist z. B. in der Ich-Form geschrieben. In anderen Bänden gibt es keine richtige Hauptfigur und es wird hauptsächlich der Schwerpunkt auf die Geschichte gelegt.

Der zweite besondere Punkt ist die Tatsache, dass bestimmte Ereignisse in einem anderen Buch aus der Sicht einer anderen Person geschildert werden. Dies zieht sich wie ein roter Faden durch den Zyklus und die einzelnen Protagonisten geben sich - Staffelläufern gleich - den Handlungsfaden weiter. Dabei ist diese Redundanz in der Regel nicht langweilig - lediglich bei dem Buch Die Weyr von Pern, das in der zweiten Hälfte fast nur alte Ereignisse wiederholt, ist dies nicht immer interessant zu lesen.
Um einen Einblick in den Zyklus zu gewährleisten, will ich den Gesamtzyklus, soweit er mir bekannt ist, ein wenig strukturieren. Zunächstbilden die ersten zwei Bücher eine Einheit. Danach schwenkt die Autorin um auf die Harfner-Gilde und beschreibt während der nächsten drei Bücher das Leben in dieser Gilde. Hier wird ein Teil der Ereignisse aus den ersten Büchern aus anderen Sicht dargestellt.
Im sechsten Band steht Baron Jaxom im Mittelpunkt, der als Heranwachsender einen aus der Art geschlagenen Drachen an sich binden konnte. Er war weiß und wesentlich kleiner als alle seine Artgenossen. Obwohl noch nie ein Mensch auf Pern zugleich Drachenreiter und Baron war, ließ man Jaxom gewähren - wohl in der Hoffnung, dass der Albinodrache bald stirbt. Doch Jaxom und sein Drache gedeihen prächtig und bald sieht sich dieser zwischen der Stühlen.
Das siebte und achte Buch beschreiben Ereignisse in der Vergangenheit aus der Sicht zweier Personen (wobei auch hier wieder Ereignisse aus zwei Sichten geschildert werden). Es zeigt sich, dass eine große Seuche bewirkt hat, dass viel Wissen der Kolonisten verloren gegangen ist, da bereits damals viel Wissen mündlich übertragen wurde und die Seuche viele Wissensträger dahingerafft hat.
Das neunte Buch setzt noch früher in der Vergangenheit ein. Es wird die Landung der Siedler beschrieben bis zu den ersten Sporenfällen und der genetischen Züchtung von Drachen. So gesehen stellt dieses Buch das erste des Zyklusses dar, aber es würde viel Reiz aus der Geschichte nehmen, läse man dieses Buch zuerst.

Die nächsten zwei Romane setzen wieder in der Gegenwart an und schreiben die Geschichte fort. Die Pernern gelingt es, die alten Siedlungen zu finden und eine intakt gebliebene Computereinheit gibt ihnen verlorenes Wissen zurück. Sie erfahren die Ereignisse am Anfang der Kolonisierung (also wieder eine Wiederholung) und vollenden den Plan der Kolonisten, die Sporengefahr zu beseitigen. Dies ist der Wermutstropfen am elften Buch, denn es überwiegt die SF und die Fantasy, das vorherrschende Element der Zyklus, wird in den Hintergrund gerückt.

Der letzte Band, zuguterletzt, wirkt nachgeschoben und hat zum eigentlichen Zyklus nur losen Zusammenhang. Wie der Titel schon mutmaßen läßt geht es hier um Delphine, die zusammen mit den Menschen nach Pern gebracht wurden. Das wohl schwächste Buch des Zyklusses.

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