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Bio- und Bibliografien

Leonard Adelt

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Vorgestellt von Klaus Bernstein.

Biographie

geb. 17.06.1881 Boizenburg/Elbe
gest. 21.02.1945 Dippoldiswalde bei Dresden

L. Adelt wuchs in Dortmund auf, wo er auch das Gymnasium besuchte. Noch in dieser Zeit schrieb er die autobiographisch geprägte Novelle Werden (1898), die u. a. wegen der damals gewagten Schilderung erster sexueller Erlebnisse einen solchen Skandal hervorrief, daß er seine schon angetretene Stelle als Buchhändler in Kleve aufgeben mußte und die Familie von Dortmund nach Köln umzog. Dort arbeitete er zunächst erneut als Buchhändler um dann anschließend als Journalist bei verschiedenen Zeitungen in mehreren Städten (Eberswalde, Stettin, Wien, Hamburg) tätig zu werden.
Ab 1909 lebte er als freier Schriftsteller in Berlingen (Bodensee), ab 1911 in Gauting bei München. In den Pioniertagen der Fliegerei versuchte er sich dann auch 1911/12 als Flieger in München und Leipzig, wobei er den damals bekannten Luftschiffkapitän Ernst A. Lehmann kennenlernte, dessen Erlebnisse er 1935 und 1937 unter dessen Namen in zwei Büchern Auf Luftpatrouille und Weltfahrt (1935) sowie Der Luftschiffkapitän in Krieg und Frieden (1937) herausbrachte. Mit dem Vetter von E. A. Lehmann nahm L. Adelt 1913 an dem Bau und der glücklosen Probefahrt eines halbstarren Luftschiffes in Düsseldorf teil.

Während des 1. Weltkrieges war er Kriegsberichterstatter des Berliner Tageblattes in Österreich, danach als Korrespondent und freier Schriftsteller in München. Befreundet war er unter anderem mit Stefan Zweig und dessen Frau Friderike Maria Zweig. 1933 zog er nach Dresden um. Er und seine Frau Gertrud überlebten am 06.05.1937 als Passagiere des Luftschiffes Hindenburg die Katastrophe von Lakehurst. 1939 dann erneuter Umzug nach Berlin. L. Adelt war zweimal verheiratet (seit 1935 mit Gertrud Stolte) und hatte je einen Sohn aus diesen Ehen. Er starb 1945 an Verletzungen, die er sich während des Luftangriffes auf Dresden geholt hatte.

Nach einer anfänglichen naturalistischen Phase wandte L. Adelt sich 1913 mit dem Buch Der Flieger seinem zentralen Thema, der Fliegerei, zu und wurde damit zu einem Begründer des Fliegerromans in der deutschen Literatur. In diesem Buch, in dem L. Adelt auch eigene Erlebnisse verarbeitet hat, schildert er die Entwicklung eines Bauernjungen zum Flugzeugbauer und Piloten. Auch in den folgenden Büchern, die L. Adelt herausgab, blieb er seinem Thema treu. Mit dem Flugzeug durch die Lüfte (1914), eine Sammlung von Texten zur Geschichte des Fliegens, Darstellungen von Flugerlebnissen und Überlegungen zur Verwendung des Flugzeuges im Kriege, richtet sich hauptsächlich an jugendliche Leser.
Der nächste von ihm herausgegebene Band Der Herr der Luft (1914) versammelt dann eher mehr oder weniger phantastische Texte zur Fliegerei von Stifter, Poe, Verne, Scheerbarth, Wells und auch eine Erzählung von ihm selbst, "Der Ozeanflug", die dann 1915 als eigenständige Veröffentlichung und 1920 in dem Novellenband Lebendiger Stahl nochmals herauskam. Der Titel ist etwas irreführend, da es sich nicht um die erfolgreiche Überquerung eines ganzen Ozeans handelt, sondern um die Fahrt eines deutschen Luftschiffes von Schottland nach Island. Insofern ist der Titel wohl eher nicht-phantastischen Inhalts.
Das gleiche Thema wie Der Herr der Luft wird auch in dem Novellenband Wielandskinder (1920) angeschlagen, in dem L. A. wieder Fluggeschichten von verschiedenen Dichtern versammelt. Ein etwas weiteres Gebiet behandelt die Novellensammlung Lebendiger Stahl (1920), in der u. a. Erzählungen von Max Eyth, Rudyard Kipling, H. G. Wells und auch von Thomas Mann erscheinen, die die Erlebnisse von Ingenieuren mit der Technik und hereinbrechenden Katastrophen und Unglücksfällen beschreiben. Insofern ist auch dieses Buch nicht unbedingt zur phantastischen Literatur zu rechnen.
Leichte Anklänge an die Phantastik finden sich dann schon eher in der Erzählung von L. Adelt "Der Held" (1919), in der ein Kampfflieger aus dem 1. Weltkrieg nach einem Absturz plötzlich dem eigenen Tod gegenübersteht und sich zu der Erkenntnis durchringt, daß es besser sei etwas für die Menschen zu tun, als mit dem Flugzeug gegen sie.

Pseudonyme:

Keine bekannt

Bibliographie (Auswahl):
[Auf fictionfantasy.de rezensierte Bücher sind mit Link unterlegt und fett gekennzeichnet.]

Bücher & Romane

Titel

Anmerkungen

© Jahr

Der Flieger

1913

Auf Luftpatrouille und Weltfahrt

als Ernst A. Lehmann

1935

Luftschiffkapitän in Krieg und Frieden

als Ernst A. Lehmann

1937

Kurzgeschichten / Erzählungen / Novellen

Titel Anthologie / Originaltitel / Buchdaten

Titel Kurzgeschichte

© Jahr

-

Werden

1898

- Der Herr der Luft
Hrsg. Leonard Adelt, München 1914
- Lebendiger Stahl
Hrsg. Leonard Adelt, Berlin 1920

Der Ozeanflug

1914

- Die neue Rundschau
Jg. 29 (1918), S. 955-960
- Katastrophen
Spitzbogen-Verl., Berlin 1922

Der Held - Bildnis eines Ungenannten.

1918

Herausgeber

Titel Anthologie / Magazin

Anmerkungen

© Jahr

- Der Herr der Luft - Flieger- und Luftfahrergeschichten

1914

- Mit dem Flugzeug durch die Lüfte

1914

- Lebendiger Stahl
Wegweiser-Verlag, Berlin; 1920

Novellen von Leonhard Adelt, Max Eyth, Norbert Jacques u. a.

1920

- Wielandskinder
Deutsche Dichter-Gedächtnis-Stiftung, Hamburg-Großborstel, 1920

Fluggeschichten

1920

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