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Octopussy (James Bond 007, Band 14)

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Reihe: James Bond 007, Band 14
Titel: Octopussy
Originaltitel: James Bond – Octopussy
Autor: Ian Fleming
Übersetzer: Anika Klüver, Stephanie Pannen
Buch/Verlagsdaten: Cross Cult, Broschiert, 180 Seiten, 1. Auflage (März 2014), ISBN-13: 978-3864250965, 12,80€


Eine Rezension von Gloria H. Manderfeld
(weitere Rezensionen auf fictionfantasy finden Sie hier oder auf ihrem Blog "Nerd-Gedanken")

Der letzte Band aus der James-Bond-Reihe umfasst vier Kurzgeschichten, die in den Jahren zwischen 1966 und 1968 veröffentlicht wurden:

Octopussy:
Der britische Major Dexter Smythe hat während des zweiten Weltkriegs durch einen Zufall von einem Goldschatz erfahren und sich diesen widerrechtlich angeeignet. Doch die Vergangenheit und seine dunklen Taten holen den Veteranen schließlich auf Jamaica in Gestalt eines wohlbekannten Geheimagenten ein, der ihn zur Rechenschaft ziehen soll…

Der Besitz einer Dame:
James Bond begibt sich in London auf unbekanntes Terrain: Der KGB versucht, mittels einer Kunstauktion einen Maulwurf beim MI5 so unauffällig wie möglich zu bezahlen. Natürlich hat der britische Geheimdienst längst Wind von der Doppelagentin in den eigenen Reihen bekommen und schickt seinen besten Mann aus, um die Hintermänner des Transfers aufzudecken …

Der Hauch des Todes:
Im Berlin des kalten Krieges wird James Bond mit einer Routineaufgabe für einen Mann der Doppelnull-Abteilung konfrontiert – ein Tötungsauftrag, bei dem er einen feindlichen Scharfschützen ausschalten soll, damit ein MI5-Agent aus dem Ostteil der Stadt auf sicheres Terrain zurückkehren kann. Doch bevor Bond den feindlichen Schützen ausschalten kann, muss er ihn erst identifizieren…

007 in New York:
Auch in den USA wartet ein Auftrag auf den Geheimagenten mit der Doppelnull. Neben den Vorbereitungen dazu gibt sich Bond ausgiebig dem Genuss der bekanntesten Metropole der Welt hin und unternimmt so einiges, was ihm bereits empfohlen wurde …


Das war’s – mehr gibt es nicht von Altmeister Fleming, der leider viel zu früh verstorben ist, sodass ich diesen letzten Band mit einem lachenden (ich kannte ‚Hauch des Todes‘ noch nicht) und einem weinenden Auge gelesen habe.
Wieder einmal können Flemings Kurzgeschichten mit sehr vielen unterschiedlichen Schauplätzen punkten, doch wer Bond vor allem wegen des Actionanteils liest, wird mit dieser kleinen Sammlung nicht besonders glücklich werden. Denn das Erzähltempo ist bis auf ‚Der Hauch des Todes‘ eher gemächlich, spielt mit Erinnerungs-Rückblenden und überreichlich servierten persönlichen Eindrücken von James Bond.

Dabei bildet ‚007 in New York‘ einen absoluten Tiefpunkt, da diese Story nicht einmal wirklich als solche zu benennen ist und wenig mehr bietet als eine detaillierte Auflistung interessanter Lokale und Amüsiermöglichkeiten im ‚Big Apple‘. Die eigentliche Agentenstory ist zu vernachlässigende Rahmenhandlung und wird in wenigen Sätzen enttäuschend abgehandelt.
Dagegen scheinen mir ‚Der Hauch des Todes‘ und ‚Der Besitz einer Dame‘ als angenehmer Kontrast zueinander. Während Bond im ‚Besitz‘ eine seiner sonstigen Tätigkeit sehr fremde Aufgabe vollbringen muss und damit natürlich entsprechend hadern darf, ist er im ‚Hauch des Todes‘ voll in seinem Element und erweist sich wieder einmal nicht als der kaltblütige Killer, als den ihn seine Vorgesetzten vielleicht gerne hätten.

Die namensgebende Erzählung vermag zwar mit einem recht interessanten Hauptcharakter aufzuwarten, dessen Entwicklung durchaus nachvollziehbar ist, packt jedoch nicht wirklich und serviert ein recht halbgares Ende. Dass Bond hier nur als indirekter Faktor für den Fortlauf der Handlung genutzt wird, wurde in der Kurzgeschichte ‚Ein Quantum Trost‘ (Band 8) deutlich besser gelöst. Flemings Gewohnheit, seine Romane mit Details üppig anzureichern, erweist sich bei vielen seiner Kurzgeschichten nicht unbedingt als hilfreich, da im Lesefluss Längen entstehen, die nicht sein müssten – gerade bei ‚007 in New York‘, die eigentlich nur aus Beschreibungen, weniger aus Handlung besteht, fällt dies unangenehm auf.
Deswegen bleibt der Eindruck des vorliegenden Bandes durchwachsen und in manchem sehr positiv, in anderem eher unschön. Fans sollten ihn sich dennoch zwecks Vollständigkeit der Reihe und der schönen ‚Der Hauch des Todes‘ gönnen.

Fazit: Nicht so gut gemischt wie die andere Kurzgeschichtensammlung, aber insgesamt brauchbar mit deutlichen Höhen und Tiefen. Sieben von zehn möglichen Punkten.

 

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