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Reptilienliebe

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Serie/Zyklus: Internationale Science Fiction Stories
Titel: Reptilienliebe
Herausgegeber: Wolfgang Jeschke
Verlag/Buchdaten: Heyne

Besprechung / Rezension von Cornelius Ibs von Seht

Reptilienliebe ist noch so eine pralle Sammlung internationaler SF-Stories und wer wie ich wegen dem interessanten Titel und dem tollen Cover von Thomas Thiemeyer zu dem Band gegriffen hat, wird nicht enttäuscht werden. In diesem Buch werden alte und weniger alte Geschichten neu und anders erzählt, und die meisten sogar richtig gut.

Michael K. Iwoleit schrieb mit "Wege ins Licht" eine faszinierende Endzeitsaga um den Fluch der Unsterblichkeit und die Schwierigkeiten, sie wieder loszuwerden. Um Sinn und Unsinn des Kurt-Laßwitz-Preises kann man streiten, diese Geschichte wurde aber zu Recht so hoch bewertet und nur vom überbewerteten "Allah akhbar - And So Smart Our NLWs" auf den zweiten Platz verwiesen. Der Preis für die beste Kurzgeschichte in 2001 sollte wohl ein kleines Abschiedsgeschenk für den pensionierten Wolfgang Jeschke sein, denn was an seiner Mini-Story (die auch enthalten ist) um die Bekämpfung islamischer Terroristen mittels ferngesteuerter Robot-Fliegen so toll sein soll, bleibt mir verborgen. Florian F. Marzin legt dann mit "Reptilienliebe" so richtig los, denn die spielt sogar im Weltenraum; Raumschiffe, ja - Schlachten werden erwähnt! Das ist ein rechtes Unikum in einer anspruchsheischenden Anthologie aktueller SF. Und ich verlange mehr davon, denn die Geschichte ist unterhaltsam, auch wenn sich das schuppige Techtelmechtel einzig in einer spartanischen Arrestkatakombe feindlicher Fremdentitäten abwickelt.
Eine Variante alternativer Geschichte beschreibt David Garnett in "Abseits der Straße": Was wäre, wenn der Vietnam-Krieg mit einem gegenseitigen Atomschlag beendet worden wäre? "Der Mann, der die See liebte" ist eine originelle phantastische Geschichte um einen Mann, der eine ganz besondere Beziehung zum nassen Element pflegte.

Daneben gibt's noch ein paar der üblichen cybernetischen Kapriolen, die mich aber alle nicht so richtig mitgerissen haben. Diese ganzen virtuellen Weltchen sind doch eh nur Schall, Rauch und Funkenflug, also was soll's? Auch was Altmeister Lem dazu 1996 im PLAYBOY verbreitet hat und in diesem Sampler recyclelt, kann mich nicht vom Stuhl ziehen. Nicht nur als Fan russischer Literatur ist die 130-Seiten-Novelle der Brüder Strugatzki (neben dem "Wege ins Licht") mein Favorit in diesem Buch: Es wandelt "Ein Teufel unter den Menschen" in einer russischen Stadt, geboren im nuklearen Feuer von Tscherbonyl, seine Blicke können töten...

 

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