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Startseite - Buch - Fantasy - Spider-Man 3 - Der offizielle Roman zum Film
Spider-Man 3 - Der offizielle Roman zum Film
Buch - Fantasy (B)

Titel: Spider-Man 3 - Der offizielle Roman zum Film
Originaltitel:: Spider-Man 3
Autor: Peter David
Übersetzer: Timothy Stahl
Verlag: PaniniBooks, 2007, Seiten: 329, ISBN: 978-3-8332-1566-7

Eine Besprechung / Rezension von Frank Drehmel
(weitere Rezensionen von Frank Drehmel auf fictionfantasy findet man hier)

Nach langem Zögern und vielem Zaudern entschließt sich Peter Parker (alias "Der Wandkrabbler"), Mary Jane einen Heiratsantrag zu machen. Doch das Schicksal meint es nicht gut mit unserem jungen Helden.
Zunächst will ihm sein alter Freund Harry Osborn an die Spinnen-Unterwäsche, weil er Spidey für den Tod seines Vaters, Norman der Green Goblin, verantwortlich macht und er zwischenzeitlich in die Superschurken-Fußstapfen seines durchgeknallten Alten getreten ist.
Kaum ist Harry vermeintlich enttraumatisiert, taucht Flint Marko auf, der auf der Flucht vor den Bullen einen kleinen Unfall hatte und nun sein Leben auf der Basis mal mehr, mal weniger losen Sandes fristen muss. Seine Vaterliebe treibt den stark siliziumhaltigen Kerl dazu, als Sandmann zwar keine Dreams zu bringen, dafür aber in Banken und ähnlichen Lokalitäten um Geld für die Heilung seiner kleinen Tochter zu bitten, nach dem Motto: "Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt!"
Damit noch immer nicht genug: Ein außerirdischer Parasit fällt auf Peter, um ihn dann zu befallen. Diese kleine Mikrobe weicht seinen Denkapparat so sehr auf, dass der arme Junge nun überall den Larry raushängen lässt und ein sehr entspanntes Verhältnis zu freundschaftlicher Gewalt an den Tag legt.

Nach nunmehr drei Kino-Blockbustern unter Raimis Ägide, diversen TV-Serien, einer riesigen Action-Figuren-Armee und zahllosen Comic-Publikationen - kurz: einem Franchise, das seinesgleichen sucht - dürfte Spider-Man selbst für normal sozialisierte Vorschulkinder kein Unbekannter sein. Eigentlich könnte damit die potenzielle Zielgruppe dieses Romans kaum größer sein. Bei genauer Betrachtung jedoch erweist sich diese Annahme als trügerisch: Den ganz Kleinen mangelt es an Leseerfahrung und an dem für das Verständnis notwenigen Wortschatz; Teenagern, die sich im Kino durch eine mit großem Tamtam und viel CGI inszenierte Story nur zu gerne einlullen lassen, dürften beim Roman-Durchackern mangels visueller Reize spätestens auf Seite 50 die Lider schwer werden; für alte Comic-Hasen - wie mich - ist die Geschichte allenfalls von historischer Relevanz, da sich die Figuren in den Comics signifikant weiter- und anders entwickelten bzw. sich überlebt haben; und Leser mit einem Faible für (Trivial-)Psychologie präferieren i.d.R. andere Sujets als ausgerechnet Superhelden-Epen.

Der Schwerpunkt dieser Geschichte liegt - wider Erwarten und trotz zahlreicher Übermenschen - nicht auf vordergründiger, schneller Action, sondern auf relativ spannungsarmer, langsamer Beziehungskistenevaluierung und -analyse (Peter & Mary, Peter & Harry, Peter & Peter, Harry & Mary, Flint & Tochter, Eddie & Peter u.v.a.m.) mit bedauerlicherweise von Beginn an determiniertem Ausgang. Denn auch wenn die "Psychologisierung" auf für einen solchen Superhelden-Roman überraschend hohem Niveau stattfindet und durchaus in die Tiefe der Figuren reicht, so wissen wir schlussendlich, dass Spideys Kostüm so schwarz sein kann, wie es will, Peter wird dennoch der Traum aller Schwiegermütter bleiben, und hinter Harrys geläutertem Lächeln lauert nach wie vor der Wahnsinn.
Wie schon angedeutet: Im Kino mag dieser Psycho-Ansatz nicht zuletzt dank der Schauspieler, ablenkender CGI und fortschrittlicher Filmtechniken funktionieren, im Roman kommt eine solche Geschichte einfach nur unglaublich einschläfernd rüber, zumal die Anzahl der Protagonisten gegen "viel zuviel" tendiert.
Damit keine Missverständnisse aufkommen: Es liegt nicht an Peter Davids Fähigkeiten - jedenfalls nicht überwiegend -, dass der Funke nicht überspringen will und der dröge Beziehungsbrei wie ein Stein im Magen des Durchschnitts-Konsumenten liegt. Im Gegenteil: Der Autor, der sich in Fan-Kreisen bspw. mit "Star Trek - New Frontier" beachtliche Meriten verdient hat, bemüht sich nach Kräften, dem Ganzen etwas Würze zu verleihen - und in einigen Passagen (z.B. der fesselnd geschilderten Transformation Markos) gelingt es ihm sogar -, allein das Skript von Raimi & Raimi gibt nicht viel mehr her.

Fazit: Wer auf Beziehungsdramen steht, bei denen der Ausgang schon von der ersten Seite an vorgezeichnet ist, der kann getrost zugreifen. Action-Fans oder Anhänger (vordergründiger) Spannung sollten sich lieber die Film-Version antun.

Kommentare (13)Add Comment
Jürgen Eglseer
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geschrieben von eglseer, Juni 04, 2007
Das wundert mich, denn normalerweise kennt man Peter David als recht guten Autor, ich wurde bislang von ihm immer auf hohen Niveau gut unterhalten....
Rupert Schwarz
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geschrieben von Rusch, Juni 04, 2007
Mit einem Buch zu einem Film? Ich bitte Dich. So etwas macht man nur für die Kröten für zwischendrin. Welchen Reiz hat es denn, eine Geschichte nachzuerzählen, die bereits in einem Film vorgegeben ist?
Rupert Schwarz
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geschrieben von Rusch, Juni 05, 2007
Mich überrascht das auch. David kann wirklich sehr gut schreiben und vor allem im Schreiben von Comics ist er sehr gut. Die Serie X-Factor von ihm ist derzeit meine absolute Lieblingsserie. Und auch seine Star Trek Romane sind mir in guter Erinnerung geblieben.
Jürgen Eglseer
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geschrieben von eglseer, Juni 05, 2007
Vielleicht liegt es auch an der Übersetzung....
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geschrieben von #NV, Juni 05, 2007
Ich habe zwei Star-Trek-Romane von David gelesen, die mir auch als wesentlich über dem Durchschnitt in Erinnerung geblieben sind. Allerdings handelten die auch von 'Q' und waren komisch. Ich kann Frank Drehmels Probleme ganz gut nachvollziehen: Wenn ich 'nen psychologischen Roman lesen wollte, würde ich auch nicht zuerst an das Buch zu einem Superhelden-Film denken. Letztlich weiß man ja, dass Peter Parker am Ende immer noch Peter Parker sein wird und das meiste Psycho-Gerede letztlich nicht zu viel führt. Kurz: Vielleicht ist es schlicht einfacher, einen guten Roman zu schreiben, in dem es hauptsächlich um Komik oder Action geht.
Rupert Schwarz
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geschrieben von Rusch, Juni 05, 2007
Ich denke Frank hat es auf den Punkt gebraucht: Der Film bot nicht viel Stoff für ein Buch. Auf der anderen Seite hat Allan Dean Foster oft genug bewiesen, dass man eine Filmgeschichte in der Buchadaption durchaus ergänzen und ausgestalten kann. In diesem Fall wirkt alles so, als ob Peter David den Auftrag angenommen hat, um ein paar Dollar zwischendurch zu verdienen.
Jürgen Eglseer
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geschrieben von eglseer, Juni 05, 2007
Rupert, du willst doch jetzt nicht allen ernstes behaupten, das Autoren wegen des Geldes schreiben? Aber du magst recht haben. Grundsätzlich kann aber auch nicht jedes Buch eines guten Autors auch gut sein....
Rupert Schwarz
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geschrieben von Rusch, Juni 05, 2007
Kannst Du Dir einen anderen Grund vorstellen, warum ein namhafter Autor ein Buch zu so einer dünnen Geschichte schreiben wollen würde, als Geld?
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geschrieben von vallenton, Juni 05, 2007
Ruhm, Ansehen oder aus Altruismus?
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geschrieben von #NV, Juni 06, 2007
Ich glaube, das erste SF-Taschenbuch, das ich als Teenager gelesen habe, war Alan Dean Fosters Buch zum Original-Star-Wars-Film. Und ich meine mich zu erinnern, dass es in dem Buch ein oder zwei Szenen gab, die im Film nicht vorkamen. Bücher, die zwar den Filminhalt wiedergeben, aber darüber hinaus alle möglichen Lücken füllen (oder gar Handlungsstränge dazuerfinden), könnten mich als Fan eines Films auch dazu bringen, das Buch zu kaufen. Es gibt doch auch zu allen möglichen Kino-Blockbustern 'Director's Cuts', die sich als sehr profitabel erweisen. (Hm,bei längerem Nachdenken ist es eigentlich eine Unverschämtheit, im Kino für einengekürzten Film den vollen Eintrittspreis zu verlangen!)
Jürgen Eglseer
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geschrieben von eglseer, Juni 06, 2007
Ein gutes Beispiel hierzu ist das Filmbuch von Orson Scott Card zu The Abyss - ein gelungener Roman, der den Film an vielen Stellen ergänzt und erweitert...!
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geschrieben von #NV, Juni 07, 2007
Eigentlich meine ich Tie-Ins [Gibt's dafür ein griffiges deutsches Wort?] statt Filmbücher. Ich habe mal einen Aufsatz von Karen Traviss gelesen, indem sie betonte, ihre Romane aus dem Star-Wars-Universum seien ihr genauso wichtig wie ihre anderen Werke. Andererseits erinnere ich mich an ein Interview mit Elizabeth Hand (?), die zugab, sich mit solchen Büchern die Zeit für Anspruchsvolleres zu erkaufen, und spöttelte, ihr würden in ihren Star-Wars-Romanen häufiger mal die Adjektive rausgestrichen.
Rupert Schwarz
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geschrieben von Rusch, Juni 08, 2007
Du meinst eher sogenannte Franchise Romane, die in einem definierten Universum spielen wie z. B. Star Trek oder eben Star Wars. Das ist ja wieder etwas anderes, weil der Autor eine neue Geschichte für ein fest definiertes Universum schreibt. Manche Parameter mögen fest sein, aber vieles ist doch dem Autoren überlassen. Nett fand ich das mit den adjektiven. Der Durchschnitts Warsler soll nicht überfordert werden. *ggg*

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