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The irregular at magic high school (Volume 4)

Bewertung: 5 / 5

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Genre: Science Fantasy
Reihe: Volume 4
Titel: The irregular at magic high school
Originaltitel: Mahouka Koukou no Rettousei
Regie: Manabu Ono
Bildformat: 16:9, 1.78:1 (1920x1080p)
Tonformat: Deutsch (DTS-HD MA 5.1), Japanisch (DTS-HD MA 2.0)
Untertitel: deutsch
Daten: KSM (November 2015), FSK 12, circa 145 min, UVP 39,99 EUR, EAN: 4260394330640

Eine Rezension von Judith Madera (Weitere Rezensionen von Judith Madera findet ihr hier auf fictionfantasy oder auf ihrer Website www.literatopia.de)

Die Geschwister Tatsuya und Miyuki haben sich an der staatlichen Magieoberschule gut eingelebt und zahlreiche Freundschaften geknüpft. In ihrer Zeit, Ende des 21. Jahrhunderts, ist Magie keine Fantasy mehr, sondern ein real existierendes Phänomen, das technologisch weiterentwickelt wird. Miyukis magische Begabung ist besonders stark und sie besitzt seltene Fähigkeiten, die ihr Bewunderung von ihren Mitschülern einbringen. Tatsuya verfügt ebenfalls über ganz besondere Kräfte, allerdings hat er bei den praktischen Tests schlecht abgeschnitten und wurde als Reserveschüler, quasi als Schüler zweiter Klasse, eingestuft. Sein umfangreiches Wissen im Bereich Magietheorie und –engineering hat ihm jedoch großen Respekt eingebracht, daher wird er auch Teammitglied bei einem Aufsatzwettbewerb. Dieser wird jedoch von Hackern gestört, die es auf die Daten aus dem Forschungsprojekt abgesehen haben …

irregular4-1Nach den spektakulären „Games for the Nine“ wird die Story im letzten großen Handlungsbogen der Serie neu aufgebaut und so gestaltet sich der Einstieg etwas zäh, da erst einmal viel erklärt werden muss. Gleichzeitig umfasst „The Battle of Yokohama“ nur magere acht Episoden (im Vergleich: die Neuner-Wettkämpfe wurden in elf Folgen ausgetragen), wodurch für die Nebencharaktere noch weniger Raum als zuvor bleibt. Auch steht der Aufsatzwettbewerb, um den es eigentlich geht, eher im Hintergrund, während sich die Protagonisten mit mysteriösen Verfolgern herumschlagen. Als Zuschauer kann man nicht wirklich nachvollziehen, warum die Daten der Forschungsarbeit so interessant für fiese Hacker sind, da die eigentliche Arbeit am Projekt kaum gezeigt wird. Tatsuya erwähnt lediglich ab und an, wo er und seine Kollegen gerade stehen.

Die einzigen Nebencharaktere, über die man etwas mehr erfährt, sind die engsten Freunde der Geschwister. Leo und Erika entpuppen sich als verbissene Kämpfer, allerdings hat Leo Hemmungen, seine Fähigkeiten zum Töten einzusetzen. Er will stets möglichst wenig Schaden anrichten. Erika ist da abgebrühter und versucht, Leo auf Kämpfe auf Leben und Tod vorzubereiten. Währenddessen knistert es zwischen Mikihiko und Mizuki, die charakterlich zwar wunderbar zusammenpassen, sich aber wie kleine Kinder (und nicht wie junge Erwachsene) anstellen. Ihre Annäherung wird von peinlichen Situationen und unnötigem Fanservice überschattet – warum muss ein junger Mann einer jungen Frau unbedingt sekundenlang an die Brust fassen, wenn er sie vor einem Sturz bewahrt?  

Die Beziehung zwischen Tatsuya und Miyuki wird etwas intensiver, wobei die aufflammenden Gefühle einseitig erscheinen. Miyuki empfindet für ihren großen Bruder eindeutig mehr als nur geschwisterliche Liebe, doch sie kann damit nicht richtig umgehen. Andererseits versucht sie alles, um Tatsuyas Aufmerksamkeit zu erregen, zum Beispiel indem sie sich süße, knappe Kleider anzieht und vor ihrem Bruder posiert. Der liebt seine Schwester über alles, doch seine Liebe hat stets einen fürsorglichen und keinen sexuellen Charakter. Tatsuyas Reaktionen sind jedoch nicht ganz einfach zu interpretieren und so bleibt weiterhin offen, ob er Miyuki nur wie eine Schwester liebt oder ob da mehr ist.

irregular4-4Die Interaktion der Charaktere ist der Spannungsträger der ersten vier Episoden von „The Battle of Yokohama“, während der konfuse Handlungsaufbau den Konflikt mit den Hackern zu einem mühsamen Detektivspiel verkommen lässt. Tatsuya ist seinen Gegnern auch dieses Mal stets einen Schritt voraus, wobei man mit den neuen Antagonisten wenig anfangen kann. Es werden viele neue Charaktere vorgestellt, die meisten davon stereotype Soldatentypen, die lediglich als Feindbild dienen. Im Hintergrund agieren zusätzlich finstere Typen, die keinerlei Tiefe besitzen. Und von den Schülern anderer Schulen, die in den „Games for the Nine“ mitgemischt haben, ist nichts mehr zu sehen. Dabei hätte man gerne mehr über den Crimson Prince und die anderen Magieoberschulen erfahren. Und auch die Magiegegner sind verstummt, auch wenn ab und an durchklingt, dass Magier von den normalen Menschen kritisch betrachtet werden. Dieser unterschwellige Konflikt wird jedoch nicht gut ausgebaut.

Trotz reichlich Action gestalten sich die vier Episoden vergleichsweise spannungsarm, da viel um den heißen Brei herumgeredet wird. Außerdem kann man die Gegner, mit denen es zu blutigen Kämpfen kommt, oftmals nicht richtig einordnen. Da besteht einiges an Klärungsbedarf für die kommenden Episoden, allerdings ist bereits abzusehen, dass sich nicht alle Geheimnisse um Tatsuya aufklären werden und dass auch viele zwischenmenschliche Beziehungen in den Kinderschuhen stecken bleiben. Das liegt daran, dass die 26 Episoden von The irregular at magic high school nur etwa die Hälfte der Romanvorlage abdeckt. Da muss eine zweite Staffel kommen, damit man auch als Zuschauer zufrieden ist.

Wenn man gewollt hätte, hätte man „The Battle of Yokohama“ auf einer einzigen Volume unterbringen können, doch KSM hat sich entschieden, den Handlungsbogen zu splitten und zwei Volumes mit wenigen Episoden daraus zu machen. Damit wird The irregular at magic high school letztlich teurer als erhofft. Da hilft auch die schöne Ausstattung (siehe Volume 1) wenig. Als Extra auf der Disk gibt es wieder nur einen Magiekurs mit allerhand Werbeclips als Beiwerk.


Fazit

Die ersten vier Episoden von „The Battle of Yokohama“ sind nach den spektakulären „Games for the Nine“ ein wenig enttäuschend. Die Story wird wieder einmal neu aufgebaut und dieses Mal ist es nicht gelungen, einen durchgehenden Spannungsbogen zu erzeugen. Zudem sind die neuen Antagonisten stereotype Fieslinge, die scheinbar nur dazu dienen, dass die Magieschüler ihre Kampffertigkeiten an ihnen demonstrieren können. Die zwischenmenschlichen Interaktionen an der Schule sind da wesentlich interessanter und als Zuschauer freut man sich, mehr über Erika und Leo zu erfahren. 6 von 10 Punkten.

Rezension zu The irregular at magic high school (Volume 1)

Rezension zu The irregular at magic high school (Volume 2)

Rezension zu The irregular at magic high school (Volume 3)

Szenenbilder: Copyright by KSM GmbH

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