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Phantast
| Waffe X (Wolverine Band 1) |
| Buch - Science Fiction (B) | |||||
Der Haupthandlungsbogen der Geschichte lässt sich in wenigen Zeilen skizzieren: in einem biotechnologischen Experiment versuchen skrupellose Wissenschaftler einen Menschen in eine menschliche Waffe zu transformieren. In einem mehrstufigen Prozess wird zunächst das Skelett des Opfers mit dem superharten Metall Adamantium überzogen, dann auf chemischem Wege das Muskelwachstum stimuliert, der Wille des Individuums gebrochen, seine Erinnerungen gelöscht, um es schließlich völlig neu zu konditionieren. So zumindest die Theorie. Mittlerweile sind weitere 15 Jahre ins Land gegangen, in denen Wolverine -je nach Lust und Laune der Autoren- die eine oder andere Wandlung durchmachen musste; dennoch ist nach wie vor die Faszination der klassischen “Waffe X“-Geschichte Smiths, der ein geradezu religiöses Moment -Passion und Auferstehung- innewohnt, ungebrochen. Anders als Smith im Comic richtet der Autor des Romans den Fokus auf die Innenansichten der Protagonisten, ihre Motive, die Zweifel und die tiefe Unmenschlichkeit, welche ihre Handlungen bestimmt. Das Problem, dass der Hauptcharakter in der gezeichneten Vorlage in weiten Teilen lediglich als passives, willenloses Forschungs“objekt“ ohne eigenen Antrieb auftritt, löst Cerasini, indem er einen in der Vergangenheit liegenden zusätzlichen Handlungsstrang -einen Auftrag, der Logan nach Korea führt- entwirft. Erst dadurch wird für den Roman-Leser, der im Zweifelsfall als “Quereinsteiger“ noch nie etwas von Wolverine gehört hat, dieser Charakter als Individuum begreifbar, sein Leidensweg wird zu dem eines menschlichen Wesens. Bedauerlicherweise ist der Rückblick in Logans Vergangenheit wegen der unoriginellen Handlung nach James-Bond-Schema-F nicht ganz ohne Längen; immerhin kann man aber während des Lesens darüber spekulieren, ob die geschilderten Ereignisse nicht vielleicht doch der Fantasie des Gemarterten entspringen und ein Teil seiner Neu-Konditionierung sind, denn die Grenze zwischen Wirklichkeit und virtueller Realität erweist sich im Verlauf der Geschichte tatsächlich als fließend. In der Darstellung der Gewalt geht Cerasini eindeutig weiter als Smith. Wo Letzterer bei Zeiten ausblendet bzw. eine unverfängliche Perspektive wählt, bedient sich der Romanschreiber drastischerer und expliziter “Bilder“. Am augenfälligsten wird dieser Unterschied in den letzten Kapiteln und im Epilog, in welchem Smith’s dezenten Cut ein wahres Massaker gegenüber steht. Fazit: Eine gut geschriebene, bedrückende Geschichte, die zwar nicht ganz ohne Längen ist, die aber sowohl Einsteigern als auch erfahrenen Marvelianern genug Neues bietet, um eine uneingeschränkte Empfehlung zu rechtfertigen.
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a hatte ich natürlich nicht gesucht, sond...


