
| Titel: X-Men Legends Platform: X-Box, Playstation, Gamecube, PC Hersteller: Activision Spielerzahl: 1 - 4 Spieler Renzension von Rupert Schwarz |
Als die Bruderschaft der Mutanten versucht, ein Mädchen names Alison zu entführen, kann X-Men Wolverine das schlimmste verhindern, doch Xavier und die X-Men müssen herausfinden, was Magneto und seine Anhänger genau vor haben und welche Rolle die junge Alison in der ganzen Angelegenheit spielt. Sie selbst ist sich überhaupt nicht sicher, was sie von all dem halten soll und so muss sie erst nach und nach lernen, was es bedeutet ihre Fähigkeiten zu kontrollieren und für welche Werte die X-Men stehen.
Nach den Erfolgen der X-Men Spielfilme war es nur eine Frage der Zeit, bis eine große Videospielproduktion auf den Markt kommt. Was heraus kam, war ein Spiel, das zurecht als gelungen bezeichnet werden kann, vor allem, wenn man ein Freund der Comicreihe ist. Der Aufbau des Spiels ist geschickt gemacht. Zu Beginn spielt man mit Wolverine und muss Alison befreien. Der Kampf wird recht schnell haarig und der Kampf Wolverines gegen Mistique ist einer der härtesten im ganzen Spiel, da man noch nicht so vertraut mit der Steuerung ist. Hat man den ersten Spielabschnitt abgeschlossen, geht es weiter mit X-Mansion (wie alle Handlungsschauplätze recht liebevoll animiert). Dort lernt der Spiele viel über die X-Men und die Hintergründe kennen. Für einen Kenner der Serie gibt es wenig neues, aber alle anderen erhalten nun das nötige Hintergrundwissen. Im Wechsel geht es dann weiter und nach der nächsten Mission der X-Men geht es wiederum weiter mit Alison. In Zuge dessen wird man auch behutsam in die erweiterte Steuerung des Spiels eingeführt und lernt nach und nach die komplexen Bewegungen der Charaktere kennen.
Die Spielsteuerung an sich ist gut und die Umsetzung der Mutantencharaktere ist ausnahmslos gut gelungen. Besonders hervorzuheben sind die großen Möglichkeiten, mit denen man seinen Charakter bei Erreichen eines neuen Levels verändern kann. Neben Angriffs-, Verteidungs- und Schnelligkeitswerten kann man auch über 10 verschiedene Fähigkeiten, viele davon Charakterbezogen, verbessern und so dem Charakter in den vielen Kämpfen andere Schwerpunkteigenschaften geben. Außerdem kann man die Eigenschaften mit einer größeren Auswahl von Ausrüstungsgegenständen verbessern. Hervorzuheben ist überdies, dass alle der bis zu 15 Charaktere im Laufe des Spiels immer stärker werden, sodass man jederzeit mit einem anderen Team weitere Missionen bestreiten kann ohne fürchten zu müssen, dass auf schwächere Spielfiguren zurückgreifen muss. Da hat man bei anderen Spielen schon oft schlechte Erfahrung gesammelt und Zeit damit verbracht, eine Charakter „hochzuspielen. Nicht unerwähnt bleiben soll auch der Gefahrenraum - ein Simulationsraum - in dem man zunächst die Grundkampftechniken erlernen und später spezielle Kampfsimulationen durchführen kann. Diese sind insofern wichtig, weil sie im späteren Spiel Vorteile bringen.
Die Grafik ist Ok, auch wenn die Szenen, in denen eine Handlung erzählt wird etwas gewöhnungsbedürftig animiert sind. Die Figuren haben (zumindest beim Gamecube) kaum Gesichter und recht grob animierte Hände. Die Spielhintergründe sind jedoch schön, das X-Mansion sogar sehr schön animiert. Bei der Sprachumsetzung konnte voll gepunktet werden: Die Audioausgabe ist zwar Englisch, aber dies ist gut so, denn so kommt man in Genuss der wunderbaren Stimme von Patrick Steward, der Xavier spricht. Auch Nightcrawler ist sehr gelungen mit seinem deutschen Akzent. Für alle diejenigen, die des Englischen nicht so mächtig sind, gibt es immer unten eine Übersetzung in Schrift.
Noch ein abschließendes Wort zum Multiplayer Spiel: Dies ist hier sehr gut gelöst. Man kann jederzeit einen Spieler hinzu nehmen oder wegnehmen ohne das Spiel zu speichern oder gar neu beginnen zu müssen. Grundsätzlich gilt hier: Je mehr Charaktere gesteuert werden, umso stärker werden die Gegner. Diese sind also am stärksten, wenn alle vier Gruppenmitglieder gesteuert werden. Charaktere, die nicht gewählt werden, agieren dann computergesteuert, wobei man gewisse Grundeinstellungen vornehmen kann (hier könnte es ein wenig mehr sein und man wäre auch froh, wenn die Non-Play Charaktere ihre Suizid-Neigung ablegen könnten und sich nicht hier und da von Klippen herunter stürzen würden. Im Laufe eines Spiele kommt man immer wieder zu Speicherpunkten (die allerdings sehr ungleichmäßig verteilt sind - manchmal dauert es ziemlich lange, bis ein Punkt auftaucht, manchmal viel zu kurz). Auf diesen Punkten kann man dann für Verhältnismäßig wenig Einsatz eine Charaktere reanimieren oder sein Team umgestalten oder auch eine kurze Session im Gefahrenraum einschieben.
Fazit: X-Men Legends ist für den X-Men Fan ein absolutes Muss und als Fan der Comicserie wird man nicht enttäuscht werden. Für alle anderen bietet das Spiel gute Unterhaltung, die vielleicht die Freunde des strategischen Spiel möglicherweise enttäuscht, denn die Momente, in denen eine wirklich knifflige Situation gelöst werden muss, sind angesichts der wilden Schlachten eher in der Minderzahl.
|