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Aliens vs. Predator: Krieg (Band 3)

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Serie: Aliens vs. Predator Band 3
Titel: Aliens vs. Predator: Krieg
Originaltitel: Aliens vs. Predator: War
Autorin: S. D. Perry
Übersetzer: Michael Nagula
Verlag: Panini/Dino, 2005, Seiten: 264,
ISBN: 3-8332-1219-5

Eine Besprechung / Rezension von Frank Drehmel
(weitere Rezensionen von Frank Drehmel auf fictionfantasy findet man hier)

Seit Machiko Noguchi sich auf Ryushi einem Clan der Predators angeschlossen hat, ist mittlerweile gut ein Jahr -Erdzeit- vergangen. Noch immer wird sie von den Jägern trotz ihres Vollblut-Status’ nicht akzeptiert, sondern sieht sich ständigen Spötteleien, Intrigen und Anfeindungen ausgesetzt. Als sie nach einer Jagd auf eine Alien-Königin in der sozialen Hackordnung eine weitere Stufe nach unten rutscht und zudem erfährt, dass die Yautja keine Chorknaben sind, sondern auch Menschen jagen, fühlt sie, dass es an der Zeit ist, sich vom Clan abzusetzen.
Die Gelegenheit bietet sich während eines großen, clanübergreifenden Jagd-Events auf dem Dschungelplaneten Bunda. Hier trifft sie, nachdem sie ein Schiff der Yautja sabotieren konnte, auf drei Konzernmitarbeiter -Martin Jess, Katherine Lara und Brian Ellis-, welche sich selbst erst vor kurzer Zeit mit Mühe und Not aus einer Alien-verseuchten Raumstation mit einem Shuttle absetzen konnten und auf dem Planeten notlandeten. Nun stehen die Drei ganz oben auf der Abschussliste der Konzernagenten, da ihr Wissen um die Vorgänge auf “Deep Space Terminal 949“ von unschätzbarem Wert sein könnte.
Umzingelt von Predators, Aliens und skrupellosen Anzugträgern geht es für Machiko und ihre neuen Gefährten nur noch um eins: Überleben!

“Krieg“ spielt chronologisch nach dem ersten Band, “Beute“, und vor Band 2, “Planet der Jäger“. Weshalb man von deutscher Seite diese sehr exzentrisch anmutende Veröffentlichungsreihenfolge der amerikanischen Originale übernommen hat, wird wohl auf ewig im Dunkel der Lizenzverträge verborgen bleiben.

Das Beste, was sich über den Roman spontan sagen lässt, ist, dass man fürs Lesen kaum mehr als anderthalb -maximal zwei- Stunden braucht, denn auch wenn man nur jede dritte oder vierte Zeile überfliegt, wird man nichts Signifikantes versäumen. Keine neuen, aufregenden Erkenntnisse, überraschenden Wendungen und keine atmosphärische Spannung stören das kontemplative Dahingleiten über den Text. Selbst die von Perry als Stilelement entdeckten Gedankenstriche, das sind diese “-“ kleinen Dinger, stören die Konzentration des entanspruchten Lesers nicht. Wen es -wider Erwarten- dennoch aus dem Konzept bringen sollte, dass zahllose Sätze-
-in etwa so aussehen, dem sei-
-geraten, tiefer zu meditieren: über Facehugger (welche in der Übersetzung putzigerweise Gesichtsbeißer heißen), böse Konzernangestellte, grölende Yautja, Blut, Schleim, Sch(w)eiß und Ehre.

Wenn schon Story und Charaktere nichts Neues bieten, dann sollten wir vielleicht die Zeit nutzen, um uns einigen grundsätzlicheren Fragen zu widmen, die sich aus diesem Roman ergeben.
Sind die Predators tatsächlich die gefürchteten Jäger, wie es uns Perry & Co. glauben machen wollen?
Immerhin benehmen sie sich auf ihren Ausflügen wie Beamte mit Ärmelschonern, denen Eigeninitiative, vorausschauendes Denken und am Gemeinwohl ausgerichtetes Handeln unendlich weniger wichtig sind, als das Einhalten der Hierarchie und buchstabengetreue Befolgen von Dienstanweisungen. Kann eine solche Spezies auf Dauer überleben? Ich hoffe nicht!

Oder nehmen wir die Aliens: welchen evolutionären Vorteil bringt es mit sich, wenn sich das einzige fortpflanzungsfähige Individuum, die Königin, regelmäßig für ihre Drohnen opfert? Vielleicht sind die Predators dieser Geschichte von dem wehrhaften Verhalten des Königin aber auch nur deshalb so überrascht, weil es nicht in ihren “Handreichungen zur Jagd, §1 Abs. 2 Satz 3 und 4“ steht und damit außerhalb ihrer subjektiven Realität liegt.

Die brennendste Frage von allen aber ist: wie -zum Teufel- konnte sich ein relativ schwächlicher, weiblicher “Eensch“ mit unvollständiger Kampfausbildung überhaupt in der Gesellschaft dieser asozialen, kleinkarierten und rüden Rüpel behaupten? Liegt das tatsächlich nur am Dienststempel des Sachbearbeiters Dachande, der auf Noguchis Stirn prangt (vgl. Band 1), oder haben die Yautja tief sitzende Probleme mit dem Konzept des Weiblichen an sich und daher eine latente Furcht vor der kleinen Frau? Und wieso ist Noguchi so geil auf die Jagd? Für mich persönlich ist und bleibt Perrys Machiko Noguchi eine der unstimmigsten und abstrusesten Figuren, denen ich in meinem Leseleben begegnet bin.

Fazit: Ein typischer S.D.Perry-Roman: humorlos, uninspiriert, unoriginell, unintelligent, un...ter aller ...

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