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Fantasy Film Blog

Asterix & Obelix: Im Auftrag Ihrer Majestät

Bewertung: 0 / 5

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Titel: Asterix & Obelix: Im Auftrag Ihrer Majestät
Regie: Laurent Tirard
Produktion: Olivier Delbosc, Marc Missonnier
Drehbuch: Laurent Tirard, Grégoire Vigneron
Musik: Klaus Badelt
Besetzung: Gérard Depardieu (Obelix), Edouard Baer (Asterix), Guillaume Gallienne (Teefax), Vincent Lacoste (Grautvornix), Valérie Lemercier (Miss Macintosh), Fabrice Luchini (Julius Cäsar), Catherine Deneuve (Königin Cordelia), Charlotte Lebon (Ophélia), Denny Boon (Hirnisnichfilaf)
FSK: 0
Laufzeit: 110 min.
Frankreich, Ungarn, 2012

Eine Besprechung / Rezension von Rupert Schwarz
(weitere Rezensionen von Rupert Schwarz auf fictionfantasy findet man hier)

Cäsars Invasion von Großbritannien wird zum vollen Erfolg, als er beschließt seine Angriff immer auf die Zeit des 5-Uhr-Tees zu beschränken. Obwohl die Briten zu dieser Zeit Tee noch nicht kennen schätzen sie die Pause mit einer Tasse heißen Wasser sehr und weigern sich vehement zu währenddessen zu kämpfen. So ist es kein Wunder, dass am Ende nur ein Dorf auf Dauer Widerstand leisten kann. Doch die Lage ist aussichtslos und Teefax wird losgeschickt, Hilfe von den sagenumwobenen Galliern zu holen, die Cäsar seit langem erfolgreich die Stirn bieten. Der eitle Majestix kommt der Bitte gerne nach und schickt Asterix und Obelix mit einem Fass voll Zaubertrank und Teefax zurück nach England. Doch sie haben auch noch Grautvornix, den Neffen von Majestix dabei, dem sie beibringen sollen, ein richtiger Mann zu werden, doch der mürrische Teenager will nichts von Gewalt wissen und lieber Mädchenherzen erobern. Derweilen beauftrag Cäsar einen Handlanger, die furchterregenden Normannen nach England zu locken, damit sie den britischen Widerstand brechen. Die Normannen jedoch haben eigene Ziele, denn sie wollen lernen, was Furcht ist, denn Furcht verleiht bekanntlich Flügel. Unterdessen sind Asterix und Obelix auf der Insel angekommen und es dauert nicht lange, bis jeder römische Legionär hinter ihnen her ist.
Kenner der Comicserie – und wer ist das nicht – wird gleich auffallen, dass hier zwei Abenteuer vermischt wurden: Asterix bei den Briten und Asterix und die Normannen (wenn auch nur in Auszügen). Nach den großen Erfolg der inhaltlich eher mauen Realverfilmungen war es nur eine Frage der Zeit, bis der nächste Streich folgen sollte und man setzt nun erstmals auf 3D (tatsächlich ist dies die erste 3D Filmproduktion Frankreichs). Neben der Idealbesetzung des Obelix Gérard Depardieu gibt es erneut eine Neubesetzung der Figur des Asterix. Um es vorweg zu nehmen: Edouard Baer ist, obwohl er keineswegs von kleiner Statur ist, eine sehr gelungene Besetzung des kleinen Galliers, denn im Gegensatz zu seinen Vorgängern gelingt es dem Mimen überzeugend die List und die Verschlagenheit des Galliers darzustellen. Mit Baer hat nun auch die zweite Hauptrolle seine Idealbesetzung gefunden. Aber auch bei der Festlegung der anderen Rollen hat man eine gute Hand gehabt. Einzig zu bemängeln bleibt, dass man nicht die Gelegenheit genutzt hatte, ein paar bekannte britische Schauspieler für die Rollen der britischen Figuren zu verpflichten, denn es ist ein wenig albern, wenn Franzosen Briten spiele (auch wenn die Leistung der Mimen kaum zu bemängeln waren). Aber so sind die Franzosen nun mal und Asterix ist halt ein nationales Denkmal.
Das Drehbuch, mit verfasst von Regisseur Laurent Tirard, hält sich sehr eng an die Comicvorlage Asterix bei den Briten und das ist gut so, denn die Geschichte ist schließlich eine der besten der Reihe und muss nicht verändert werden, um lustiger zu werden. Und so finden sich einig sehr schöne Szenen, die exakt aus dem Comic in den Film übertragen wurden wie z. B. die Weinprobe der Legionäre, die Prügelei in dem Landgasthof oder das Rugbyspiel. Allerdings reicht die Handlung des Comic Bandes nicht aus, um einen Film von 90 Minuten (oder, wie in diesem Falle 110 Minuten) zu produzieren. Deswegen floss auch das Album „Asterix bei den Normannen“ mit ein. Die Figur des Grautvornix wurde behutsam modernisiert (im Comic ist die Figur ja Spiegelbild der Jugend der 1970er Jahre) und mit ein paar weiteren Charakterzügen (er ist nun auch ein Schürzenjäger) ausgestattet. Beides ist gut so und stellt keinen Bruch zur Vorlage dar.
Eher überflüssig waren allerdings die Liebesabenteuer von Asterix (der einzige Tiefpunkt im Film und definitiv nicht die Schuld von Edouard Baer), die aufgesetzt und nicht passend wirkten, denn in den Comic kam diese Rolle stets dem schüchternen Obelix zu, während Asterix über den Dingen stand. Über die etwas emotionalere und quirligere Interpretation des Julius Cäsar kann man sicherlich streiten. Der Cäsar im Film ist nicht mehr der Cäsar des Comics, aber dafür ein Element, das viel Humor in die Geschichte bringt. Und man kann auch darüber streiten, ob der Dialog zwischen Asterix und Cäsar, in dem beide aus der Rolle fallen und der Imperator sagt: „Ich bin dein Vater! Du stehst auf der falschen Seite der Macht“, passend ist oder nicht. Das muss jeder für sich entscheiden. Das war übrigens nicht das einzige Zitat in dem Film. Eine britische Gouvernante bringt einem Normannen in einer an Clockwork Orange angelehnten Szene Manieren bei.
Insgesamt ist der neue Asterix Film wirklich gut gelungen – deutlich besser als die drei anderen Realverfilmungen. Der Film ist kurzweilig und Sets und Ausstattung opulent und gelungen. Die 3D Effekte werden gut eingesetzt wie z. B. in der Anfangsszene, in der eine römische Galeere das Piratenschiff aufspießen oder im Weinkeller, als Obelix einen Legionär umhaut und die Sandalen zunächst vor den Augen der Zuschauer für eine Sekunde in der Luft schweben, bevor sie zu Boden fallen. Es gab also eine Reihe von sinnvollen Effekten, die sich für eine 3D Umsetzung anboten, aber keine übertriebenes Inszenieren der Dreidimensionalität.
Asterix & Obelix: Im Auftrag Ihrer Majestät ist eine Film für die ganze Familie, bei dem man selbstverständlich keinen Tiefgang erwartet, sondern leichte, humorvolle Unterhaltung. Diesen Erwartungen wurde der Film gerecht und er übertrifft mit Leichtigkeit die anderen drei Realverfilmungen, insbesondere den eher missglückten Vorgänger.
7 von 10 Punkten

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