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Star Wars: Crimson Empire III - Das verlorene Imperium

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Titel: Star Wars: Crimson Empire III – Das verlorene Imperium
Originaltitel: Star Wars: Crimson Empire III – Empire Lost
Story: Mike Richardson/Randy Stradley
Zeichnungen: Paul Gulacy
Colors: Michael Bartolo
Buch-/Verlagsdaten: Panini, Oktober 2012, Broschiert, 144 Seiten, ISBN-13: 978-3862013852, 14,95€


Eine Rezension von Gloria H. Manderfeld
(weitere Rezensionen auf fictionfantasy finden Sie hier oder auf ihrem Blog "Nerd-Gedanken")


Nach der Vernichtung des Imperators Palpatine hat sich in der Galaxie vieles verändert. Auch zehn Jahre nach der Schlacht von Yavin bindet der Bürgerkrieg die Kräfte der Neuen Republik auf vielen verschiedenen Schlachtfeldern. Die verbliebenen Kräfte des Imperiums versuchen, eigene Interessen durchzusetzen. Während die Flotte Admiral Gilead Pellaeon untersteht, führt ein Moff-Rat die Reste der imperialen Kräfte, muss sich aber eingestehen, dass die Kräfte der Republik langsam aber sicher auf dem Vormarsch sind.
Die ehemalige Widerstandskämpferin und Agentin Mirith Sinn ist inzwischen zur Sicherheitschefin von Leia Solo avanciert, aber mit ihrer Position nicht glücklich, da sie langsam aber sicher des Krieges müde wird. Als es ihr gelingt, einen Anschlag auf die Familie Solo zu verhindern, steht zu vermuten, dass das Imperium der Auftraggeber war, doch der eigentliche Feind ist Devian, ein ehemaliger geheimer Auftragsmörder Palpatines, der im Verborgenen Offiziere und Truppen um sich schart.

Kir Kanos, der letzte Vertreter der imperialen Ehrengarde des Imperators, war lange auf einem Rachefeldzug, um seinem ehemaligen Dienstherrn treu zu bleiben, doch mit den Jahren hat sich seine Zielsetzung geändert. Inzwischen verdingt er sich dankt seiner überragenden Kampfkenntnisse als Kopfgeldjäger im Outer Rim und erhält von Devian,  das Angebot, sich seinem Kampf gegen die Republik anzuschließen. Kanos jedoch lehnt ab, da er Devians Motiven nicht traut, und reist nach Coruscant, um Mirith Sinn und die Republik vor dieser neuen Gefahr zu warnen. Doch er kann nicht ahnen, dass er damit den Plan Devians unwissentlich unterstützt, denn in dem Schiff, mit dem er von Devians Stützpunkt geflohen ist, ist eine Giftgaskapsel verborgen …


Nach den zwei furiosen 'Crimson Empire'-Vorgängerbänden geht es in 'Das verlorene Imperium' ein wenig ruhiger zu. Erfreulicherweise wird neu einsteigenden Lesern eine kurze Zusammenfassung der bisherigen Ereignisse geboten, sodass man nicht 'blind' in die Geschichte hineingeworfen wird und sich den halben Band lang fragen muss, was da genau geschieht.

Kir Kanos hat inzwischen akzeptiert, dass es das Imperium, welchem er einst diente, nicht mehr geben kann und wird, und sich seinen eigenen Weg gesucht. Auch Mirith Sinn, die zunächst seine Gegenspielerin, später dann Verbündete und auch Geliebte geworden ist, hat sich mit der Situation arrangiert, ohne darin wirklich glücklich zu sein. Beide Charaktere haben eine glaubhafte Entwicklung erfahren, wenngleich es bedauerlich ist, dass ihnen so wenig gemeinsame Zeit innerhalb des Comicbandes geschenkt wird.
Das tiefe gegenseitige Verständnis ist bei jedem Kontakt dieser beiden so unterschiedlichen und doch sehr ähnlichen Charaktere zu bemerken, sodass man sich fast wünscht, sie könnten irgendwie eine gemeinsame Zukunft erhalten – das offene Ende jedoch behält sich solche Entwicklungen vor.

Die Story an sich ist solide, die Intrige Devians gut angelegt und glaubhaft ausgeformt, auch die Verwicklungen um die diplomatische Annäherung zwischen Restimperium und Republik lassen die schwierige politische Gesamtsituation gut erahnen. Für mich als alten Thrawn-Fan waren natürlich auch die Szenen, in denen man Admiral Pellaeon wieder begegnet, ein kleines inneres Fest. Leider jedoch ist ihm insgesamt nur ein kurzer Auftritt vergönnt, da der Fokus der Story ganz klar auf dem Geschehen um Kir Kanos und Mirith Sinn liegt.

Generell scheinen viele der Charaktere inzwischen vom ewig andauernden Krieg müde zu sein – dieser Eindruck zieht sich durch verschiedene Szenen und Seiten hindurch. Ob es Kir Kanos und Mirith Sinn sind, welche feststellen, dass beide ihre Eide inzwischen hinter sich gelassen haben, oder Han Solo, der eigentlich nur zu seiner Familie nach Hause zurückkehren möchte, oder aber Gilead Pellaeon, der von seiner fordernden Arbeit mitgenommen wirkt, alle teilen ein gewisses Grundgefühl, eine unterschwellige Sehnsucht nach dem Innehalten und etwas Frieden.
Dies halte ich angesichts der doch sehr dramatischen und actionreichen Story (und so vielen anderen, actionlastigen SW-Comics) für einen sehr schönen und auch wichtigen Aspekt, der in vielen anderen Erzählungen oft zu kurz kommt.

Die Qualität der Zeichnungen und der Colorierung ist, wie auch in den Vorgängerbänden, auf gewohnt hohem Niveau. Leider bleibt sich Zeichner Paul Gulacy auch in diesem dritten Band mit seinen kleinen Problemfällen treu – gerade bei schwierigeren Perspektiven wirken die Proportionen unpassend und schlecht verkürzt; auch scheinen die Charaktere verhältnismäßig oft mit geschlossenem Mund zu sprechen.
Leia und Han Solo sind Gulacy recht gut gelungen, das Gesicht von Luke bereitet ihm allerdings, wie vielen anderen Zeichnern auch, gewisse Schwierigkeiten, und ist oft nicht eindeutig erkennbar. Seine Stärken zeigt Gulacy in der Darstellung starker Emotionen bei Großaufnahmen der Gesichter, bei Schattierungen und der generellen Komposition von Kampfszenen.

Für mich bildet 'Das verlorene Imperium' einen würdigen Abschlussband der 'Crimson Empire'-Trilogie, auch wenn Hardcore-Fans vielleicht bemängeln dürften, dass sich das Storygewicht im Vergleich zu den Vorgängern merklich verschoben hat.
Es gibt kein Schwarz und Weiß mehr, in einer Welt der vielen unterschiedlichen Grauschattierungen müssen sich die Charaktere immer wieder aufs Neue zurechtfinden und sich einen eigenen Weg suchen. Aber gerade deswegen ist für mich diese Story sehr reizvoll – gealterte, erfahrenere Helden gewinnen deutlich an Tiefe und lassen bedauern, dass die Reihe nun ihr Ende gefunden hat.

Fazit: Lohnenswerter Abschlussband einer abwechslungsreichen Reihe – wie auch die Vorgängerbände empfehlenswerter Lesestoff, wenn man eine tiefgreifende Geschichte mag. Acht von zehn möglichen Punkten.

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