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Die Ameisen (Ameisen, Band 1)

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Serie / Zyklus: Ameisen (Band 1)
Titel: Die Ameisen
Originaltitel: Les Fourmis (1991)
Autor: Bernhard Werber
Übersetzer: Michael Mosblech
Verlag / Buchdaten: vorliegend enthalten im Sammelband "Die Invasion" mit den anderen zwei Folgebänden, Heyne Verlag, April 2010, 1408 Seiten, ISBN-13: 978-3453527263

Eine Besprechung / Rezension von Jürgen Eglseer
(weitere Rezensionen von Jürgen Eglseer auf fictionfantasy findet man hier)

Der vielbeworbene Roman von Bernhard Werber lässt sich in drei Handlungsebenen aufteilen, nämlich in eine menschliche, in eine Ameisen- und eine enzyklopädische Geschichte.

Grundlegend geht es um das Erbe des schrulligen Wissenschaftlers Edmund Wells, ein Haus nahe dem Wald und einen geheimnisvollen Brief. Jonathan Wells, seines Zeichens junger Familienvater und etwas scheiternd in der Geschäftswelt, zieht dort mir Frau und Kind freudig ein. Auch den Brief öffnet er. Der Inhalt: "Gehe nie in den Keller!". Diesen Rat befolgt er, bis eines Tages der Pudel der Familie durch einen Spalt in den Keller gelangt und nicht mehr zurückkommt. Jonathan steigt in den Keller hinab, um das Tier zurückzuholen - und verbringt dort mehrere Stunden! Wieder zurück, kann er nur noch eine blutige Masse präsentieren, der Pudel wurde getötet. Er selbst jedoch scheint von diesem Augenblick an von dem Keller besessen, schleppt allerlei Werkzeug und Baustoffe heran und verschwindet teils für viele Stunden in dem scheinbar unergründlichen Geschoss unter seinem Haus. Erst als er eines Tages nicht mehr zurückkommt, seine Frau und sein Sohn ebenso spurlos verschwinden, werden die Behörden aufmerksam.

Nahe dem Haus von Jonathan Wells befindet sich die Ameisenmetropole Bel-o-kan, die Wohnstatt von über 18 Millionen Einwohnern und das Zentrum eines vierundsechzig Ameisenstädte umfassenden Reiches. Erst mit dem fortpflanzungsfähigen Prinzen Nr. 327 und später auch mit den Charakteren der Jungfer Nr. 56 und der Soldatin 103 683 werden wir in die Gesellschaft und das Leben der Staaten bildenden Insekten eingeführt. Dabei erweisen sich die Ameisen gegenüber dem Leser als weit intelligenter und fortschrittlicher, als er das vermuten würde. Im Staate Bel-o-kan läuft jedoch nicht alles so, wie man es seit Jahrtausenden gewohnt ist. Nr. 327 erzählt seinen Mitbewohnern vom schrecklichen und äußerst plötzlichen Ende einer Jagdexpedition und keiner scheint sich dafür zu interessieren. Stattdessen wird Jagd auf ihn gemacht, er entwickelt sich zur unerwünschten Person. Erst mit 56 und 103 683 zusammen kann er eine Gruppe bilden, die den seltsamen Vorgängen in der Stadt nachgeht. Verbirgt die alte Königin ein schreckliches Geheimnis? Und was hat es mit den Wächtern am Ende der Welt auf sich?

Den dritten Strang im Buch bilden die Bucheinträge von Edmund Wells' "Enzyklopädie des relativen und absoluten Wissens", in denen er die Unterschiede und insbesondere die Überlegenheit der Ameisen gegenüber dem Menschen darstellt.

Es sagt eigentlich schon viel über den Roman aus, wenn man bei fortschreitender Seitenzahl sich immer weniger für die menschlichen Protagonisten interessiert und ihre Machenschaften mehr oder weniger überliest. Kaum ein Charakter hat eine Persönlichkeit, die fesselt oder irgendeine Bindung erweckt. Seelenlose Personen stapfen durch Werbers Roman und verschwinden wieder - entweder im Nichts oder im Keller. Was soll man mit ihnen anfangen? Weit mehr Interesse können die Ameisen für sich in Anspruch nehmen. Die Abenteuer der drei Anti-Helden sind oftmals spannend und auch in einer äußerst interessanten Perspektive geschildert. Auch wenn ich manches Mal die Empfindungen und die Entscheidungen der Insekten für allzusehr vermenschlicht halte, wirken sie dennoch einigermaßen glaubhaft. Erschreckend ist die Reise von 103 683 an das Ende der Welt, das für ihn eine asphaltierte Strasse darstellt. Viel zu viele positive Zufälle schildert die Geschichte um die Staatsgründung von Nr. 56, ihre Entwicklung von der befruchteten Jungfer zur Königin.

Enttäuschend ist das Ende, vor allem in Bezug auf den menschlichen Handlungsstrang. Die Taten der Charaktere sind sehr unglaubwürdig, kaum eine Handlung wird nicht mehr oder weniger mit der Brechstange erzwungen. Dieses große Manko zieht leider den interessanten Ameisenpart mit runter und am Ende denkt man sich, dass das Buch gut hätte werden können, wenn der komplette Part der Menschen außen vor geblieben wäre.

Meine Bewertung: Leider nur 6.5 von 10 Punkten.

Rezension des Romans von Rupert Schwarz

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