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Goldfinger (James Bond 007 Band 7)

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Reihe: James Bond 007, Band 7
Titel: Goldfinger
Originaltitel: James Bond – Goldfinger
Autor: Ian Fleming
Übersetzer: Anika Klüver, Stephanie Pannen
Buch/Verlagsdaten: Cross Cult, Juni 2013, Broschiert, 393 Seiten, ISBN-13: 978-3864250828, 12,80€

Eine Rezension von Gloria H. Manderfeld
(weitere Rezensionen auf fictionfantasy finden Sie hier oder auf ihrem Blog "Nerd-Gedanken")


Auric Goldfinger hat alles, was das Herz im allgemeinen begehrt – trotz eher abstoßendem Äußeren begleitet ihn eine bildschöne junge Frau, er ist einer der reichsten Männer der Welt, besitzt ein florierendes Unternehmen. Und ein solcher Mann soll beim Canasta betrügen? Kaum zu glauben, doch als der amerikanische Millionär DuPont Bond in der Abflughalle des Flughafens von Miami anspricht, wartet genau dieses Problem auf eine schnelle Lösung.

Geschickt kommt der Geheimagent mit der Doppelnull dem goldgierigen Spieler auf die Schliche und verbringt mit dessen Geliebter einige rauschende Liebesnächte. Zurück in London bleibt von der Entspannung jedoch nicht viel zurück, da eine neue Herausforderung wartet: Die Bank of England zeigt sich über zunehmenden Goldschmuggel mehr als besorgt und hat den MI5 um Hilfe gebeten. Denn neben der Destabilisierung des Finanzmarktes gibt es auch Hinweise, dass durch das geschmuggelte Gold die Interessen feindlicher Organisationen wie der russischen Spionageabwehr SMERSCH finanziert werden.

Der vermutete finanzstarke Kontaktmann zu dieser gnadenlosen Gemeinschaft soll Auric Goldfinger sein. Bond setzt sich auf die Spur des Magnaten, fordert ihn entschlossen heraus und kommt der Wahrheit gefährlich nahe. Enttarnt und gefangen genommen erfordert es Bonds ganzes Geschick, sich aus einer aussichtslos scheinenden Lage wieder zu befreien und nebenbei den schrecklichen Plan des Verbrechers zu verhindern…


Nicht ohne Grund ist „Goldfinger“ eine der bekanntesten Geschichten aus der James-Bond-Reihe – auch wenn der Mythos des goldvernarrten Auric Goldfinger erst im gleichnamigen Film wirklich ausgelebt wurde, da man dort die goldüberzogene, tote Schöne zu sehen bekommt, während sie im Buch nur am Rande erwähnt wird. Der Leser verfolgt Bonds Schritte vom langsamen Einstieg in die Geschehnisse um den verbrecherischen Goldliebhaber bis hin zum spannenden Showdown – viel Zeit zur Entspannung bleibt freilich nicht, da es Fleming wie stets versteht, den Spannungsbogen geschickt aufzubauen und bis zuletzt zu halten.

Seine Erzählkunst zeigt sich nicht so sehr bei den Actionszenen, die wie in allen Bond-Romanen einen wichtigen Teil einnehmen, sondern viel mehr bei der interessanten und nachvollziehbaren Beschreibung von Alltäglichem. So wird eine Golfpartie, die Bond gegen Goldfinger austrägt, zu einem spannenden Wettbewerb, der auch für Leser verständlich bleibt, die sich mit den Begriffen des Golfspiels an sich nicht besonders gut oder gar nicht auskennen. Auch die vielen Details, welche Flemings genaue Kenntnis der Geheimdienstarbeit und der technischen Möglichkeiten der 50er/60er Jahre verrät und die ohne zu langweilen beschrieben werden, tragen sehr zur Atmosphäre von „Goldfinger“ bei.

Eine der größten Stärken Flemings sind die aberwitzigen Antagonisten, gegen die Bond immer wieder antreten muss, da bildet auch Auric Goldfinger keine Ausnahme. Trotz seiner maßlos überzogenen Selbstwahrnehmung und Arroganz erscheint das Verbrechergenie als glaubhafter Charakter, bei dem man nie sicher sein kann, was er als nächstes plant und wie weit seine Ideen wirklich reichen. Bei den Nebencharakteren schwächelt Fleming indes etwas, Tilly Masterson bleibt eher blass und farblos in ihrem einzigen Bemühen, die tote Schwester zu rächen, auch die Vertreter der amerikanischen Gangstersyndikate bleiben bis auf Pussy Galore nur wenig im Gedächtnis.

Generell erscheint Fleming bei „Goldfinger“ auf einem der Höhepunkte seines Schaffens, es gibt keine Längen, keine unspannenden Szenen in der Erzählung, konstant wird die Erwartung des Lesers aufgebaut und gesteigert, bis der unvermeidliche Showdown eines kreativen Verbrechens die Auflösung bringt. Bond ist hier trotz aller Erfahrung weit im Nachteil und kann nur durch Improvisation und Glück seinem genialen Gegner beikommen. Kurz, diese Story hat alles, was man von einem Bond-Roman erwarten darf und unterhält hervorragend nicht nur die Fans des Genres.

Fazit: Einer der besten Bond-Romane überhaupt – für mich eine klare Leseempfehlung für alle Liebhaber klassischer Thriller. Neun von zehn möglichen Punkten.

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