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Hakuoki – The Movie 1: Demon of the Fleeting Blossom – Wild Dance of Kyoto

Bewertung: 5 / 5

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Genre: Mystery / Fantasy / Historik
Titel: Hakuoki – The Movie 1: Demon of the Fleeting Blossom – Wild Dance of Kyoto
Originaltitel: Gekijouban Hakuouki: Daiisshou Kyouto ranbu
Regie: Osamu Yamasaki
Format: 16:9 – 1920 x 1080
Sprache: Deutsch (DTS-HD MA 5.1), Japanisch (DTS-HD MA 5.1) em>
Untertitel: Deutsch
Extras: Kino-Promo, Originaltrailer,Trailer, Bildergalerie
Daten: KSM (Juni 2016), circa 96 Minuten, circa 34,99 EUR, FSK 16, EAN: 4260394337021

Eine Rezension von Judith Madera (Weitere Rezensionen von Judith Madera findet ihr hier auf fictionfantasy oder auf ihrer Website www.literatopia.de)

hakuoki1 1Chizuru Yukimura sucht in Kyoto nach ihrem Vater, den sie seit einem Jahr vermisst, und gerät ins Visier von ehrlosen Kriegern und Dämonen. Als sie von einem mysteriösen Clan, den Shinsengumi, aufgegriffen wird, erfährt sie, dass ihr Vater daran gearbeitet hat, die Kräfte von Dämonen auf Menschen zu übertragen. Die Shinsengumi versprechen Chizuru Schutz und wollen sie bei der Suche nach ihrem Vater unterstützen. Denn es liegt auch in ihrem Interesse, den verschwundenen Arzt zu finden, bevor seine Forschungsergebnisse ihren Feinden in die Hände fallen. Chizuru fügt sich gut in den Clan junger Männer ein und wird stets mit Respekt behandelt – auch, als Vizekommandant Toshizo Hijikata von ihrem dunklen Erbe erfährt …

“Wild Dance of Kyoto” ist der erste von zwei Filmen zur Animeserie „Hakuoki“ und erzählt die Ereignisse der ersten Staffel nach. Entsprechend wurde in den eineinhalb Stunden Laufzeit sehr viel Handlung untergebracht, welche durch viele Zeitsprünge schnell vorangetrieben wird. Man erlebt quasi in Zeitraffer, wie Chizuru zu den Shinsengumi stößt und sich mit verschiedenen Kriegern anfreundet. Obwohl das Tempo sehr hoch ist, kann man ihre freundschaftlichen Bande gut nachvollziehen und fiebert nach der Hälfte des Films auch mit den meisten Charakteren mit. Selbst Neulinge dürften sich zurechtfinden, sofern sie nicht jedes Detail erklärt haben müssen. Das historische Setting und die politischen Verhältnisse haben in den gut 90 Minuten nicht genug Raum, um für den westlichen Zuschauer greifbar zu werden. Dafür wurde jedoch der düstere Fantasyanteil sehr ansprechend umgesetzt.

hakuoki1 3Chizuru wirkt anfangs wir ein unsicheres Mädchen, das aus Angst zum Schwert greift, um sich zu verteidigen. Sehr schnell wächst sie jedoch zu einer mutigen Kriegerin heran, ohne ihre kindliche Unschuld einzubüßen. Da die Zeit rasch voranschreitet, ist die Chizuru am Ende des Films eine ganz andere als zu Beginn. Als Zuschauer erlebt man ihre Wandlung jedoch als glaubhaft, ebenso wie die von Toshizo Hijikata, der Chizuru anfangs ablehnend gegenübersteht. Er gibt sich kalt und distanziert, doch letztlich ist er derjenige, der sich am meisten für Chizuru einsetzt und ihre Geheimnisse bewahrt. Unter den anderen Shinsengumi gibt es nur wenige, für die im Film etwas Raum zur Entwicklung bleibt, und alle haben gemeinsam, dass sie an ihrem Glauben, das Richtige zu tun, verbissen festhalten. Und sie sind sogar bereit, ihre Menschlichkeit zu opfern.

Eine sehr spannende Komponente der Geschichte ist die Erfindung des sogenannten Ochi-Wassers, das dämonische Eigenschaften in Menschen hervorrufen kann. In „Hakuoki“ werden die Teufel als Rasetsu bezeichnet und sie erinnern ein wenig an grausame Vampire, da zumindest diejenigen, die einstmals menschlich waren, beim Blutgeruch die Fassung verlieren. Die „echten“ Teufel hingegen halten wenig von denen, die mit Hilfe des Ochi-Wassers zu übernatürlichen Kräften gelangen, und geben sich arrogant und intrigant. Sie unterstützen die Gegner der Shinsengumi, allerdings bleibt unklar, warum sie das tun. Am Ende bleiben viele offene Fragen für den bald erscheinenden zweiten Film „Warrior Spirit of the Blue Sky“.

Animationen, Soundtrack und Synchronisation

Einem Film entsprechend bekommt man in “Wild Dance of Kyoto” wunderschöne Animationen geboten. Die Charakterdesigns sind sehr individuell, von der Frisur über die Kleidung bis hin zur Mimik, wobei die Protagonisten deutlich farbenfroher präsentiert werden als die Statisten. Die Kampfszenen entfalten eine schöne Dynamik und begeistern mit magischen visuellen Effekten. Das historische Setting wurde zeichnerisch sehr schön umgesetzt und die Hintergründe warten mit vielen Details auf. Die Farbstimmungen wurden der düsteren Story entsprechend eher kühl gehalten. Nächtliche Szenen fallen mit schönen Blau- und Violetttönen auf (man beachte beispielsweise den traumhaften Sternenhimmel), am Tage wurde auf zarte Rosé und kühle Grüntöne gesetzt. Und wie so oft in Animes spielen Kirschblüten eine besondere Rolle.

hakuoki1 4Der Soundtrack kommt sehr melodisch und düster daher, ist aber insgesamt recht unauffällig. Am Ende des Films bleibt lediglich das melancholische Ending-Theme im Kopf, an die Stücke davor erinnert man sich kaum. Die Synchronisation stammt wie bereits bei „Noragami“ vom Studio DMT, das auch bei „Hakuoki“ gute Arbeit leistet. Die Stimmen sind weitgehend gut gewählt, insbesondere bei den Protagonisten. So manche Stimme wird einem dabei bekannt vorkommen, beispielsweise Oliver Böttcher („Naruto“) oder Jacob Weigert („Psycho-Pass 2).

Das Bild der Blu-ray-Ausgabe ist schön scharf und die Farben kommen wunderbar zur Geltung. Auch in düsteren Szenen sind alle Details gut zu erkennen. Der Sound ist in den Kampfszenen sehr voluminös und laut, die Dialoge im Vergleich oftmals etwas zu leise, sodass man während dem Film die Lautstärke verstellen muss, zumindest wenn man seine Nachbarn nicht aufschrecken will. Auf der Disk gibt es noch ein paar Trailer und eine Bildergalerie, wobei man auf letztere auch hätte verzichten können. Sie zeigt nur einige Screenshots aus dem Film. Viel schöner wären Bilder aus dem Artbook gewesen!


Fazit

„Hakuoki – The Movie 1: Demon of the Fleeting Blossom – Wild Dance of Kyoto“ ist ein temporeiches Animespektakel, dass das Kunststück versucht, den Inhalt einer Serie in zwei Filmen unterzubringen. Das gelingt größtenteils gut, denn auch wenn es viele Zeitsprünge gibt, kann man der Story gut folgen und die Charakterentwicklung als glaubhaft erleben. Chizuru ist eine sehr sympathische Protagonistin mit dunklen Geheimnissen, die sie selbst erst ergründen muss, und das historische Fantasy-Setting begeistert mit politischen Intrigen und finsteren Dämonen.

Szenenbilder: Copyright by KSM Anime 2016

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