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Trinity Blood (Collector's Edition)

Bewertung: 0 / 5

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Genre: Science Fiction / Dark Fantasy / Mystery
Reihe: Gesamtausgabe
Titel: Trinity Blood Collector’s Edition
Regie: Tomohiro Hirata
Format: Dolby, PAL, Surround Sound, 16:9 - 1.77:1
Sprache: Japanisch (DTS-HD 2.0), Deutsch (DTS-HD 2.0)
Daten: nipponart (August 2015), Blu-ray, UVP 79,95 EUR, 600 Minuten, FSK 16, EAN: 4280000698681

Eine Rezension von Judith Madera (Weitere Rezensionen von Judith Madera findet ihr hier auf fictionfantasy oder auf ihrer Website www.literatopia.de)

500 Jahre nach einem verheerenden Weltkrieg ist die Erde gespalten: Im Westen leben die Menschen, auch Terran genannt, mit dem Vatikan als militärische Großmacht, während im Osten eine geheimnisvolle Kaiserin über die Vampire, den Methusalae, gebietet. Zwar hat sich nach dem Armageddon eine einigermaßen friedliche Koexistenz etabliert, doch nun droht erneut Krieg. Der Rosenkreuzorden tut alles dafür, um Menschen und Vampire gegeneinander aufzuhetzen und die Welt für einen weiteren Neuanfang ins Chaos zu stürzen. Um gegen den Terror des Ordens vorzugehen, wurde im Vatikan die Spezialeinheit AX gegründet, die die Mitglieder des Ordens vernichten und den porösen Frieden zwischen den immer noch verfeindeten Spezies bewahren soll …

Das Setting von „Trinity Blood“ ist unheimlich spannend und begeistert mit einem Mix aus futuristischen und historischen Elementen. Die Welt erscheint wie ein Spiegel des späten 19. Jahrhunderts, allerdings gibt es in ihr hochentwickelte Technologien, die überwiegend unsichtbar sind. Unweigerlich fühlt man sich an Arthur C. Clark erinnert, der meinte: „Jede hinreichend fortschrittliche Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden.“ Dem Einsatz von Technologie in Trinity Blood haftet in der Tat etwas Magisches an. Überraschenderweise sind die Methusalae den Menschen in punkto Technologie weit überlegen. Zu Beginn der Serie lernt man sie als blutsaugende Monster kennen, doch nach und nach zeigt sich, dass sie in Wahrheit sehr zivilisiert und kultiviert sind.

Der Vampirismus wurde in Trinity Blood durch ein Virus ausgelöst, welches den Träger einen unbändigen Durst auf menschliches Blut entwickeln lässt. Allerdings macht dieses Virus die Methusalae auch widerstandsfähiger und stärker, zudem verlängert sich die Lebensspanne auf mehrere Jahrhunderte. Leider erfährt man nur wenig über den Ursprung des Virus. Während die Welt der Menschen stark an das Europa des 19. Jahrhunderts erinnert, erscheint das Reich der Methusalae wie eine Verschmelzung von Orient und Fernost. Ein mysteriöser Nebel hängt dort stets in der Luft, sodass die Vampire (die ungern so genannt werden) vor der Sonneneinstrahlung geschützt sind. Insgesamt fließt für einen Anime mit Vampiren erstaunlich wenig Blut, auch wenn die Kampfszenen oftmals genretypisch brutal ausfallen.

Die erste Hälfte der Serie stellt eine Aneinanderreihung in sich geschlossener Einzel- und Doppelfolgen dar, die verschiedene Aspekte der retro-futuristischen Welt beleuchten. In diesen lernt man beispielsweise die Mitglieder der AX-Einheit an verschiedenen Schauplätzen in der westlichen Welt kennen. Trotz des sehr interessanten Weltentwurfs fällt es in den ersten Folgen schwer, am Ball zu bleiben, weil kein roter Faden zu erkennen ist. Die Spannung baut sich in jeder Folge neu auf und ebenso schnell wieder ab. Erst ab der zweiten Hälfte entspinnt sich ein zusammenhängender Handlungsbogen, der die Spannung über mehrere Folgen hinweg kontinuierlich weiter aufbaut. Ab da beginnt man zu verstehen, weshalb Trinity Blood als Animeperle gilt. Die Geschichte steuert auf ein dramatisches Finale zu, das leider recht überstürzt daherkommt und viele Fragen offen lässt.

Charaktere

Pater Abel Nightroad ist einer der stärksten Kämpfer des Vatikans, denn er ist ein Kresnik: Ein mit Nanotechnologie verändertes Wesen, das Vampiren das Blut aussaugt. Seine Kresnik-Gestalt entspricht der eines dunklen Todesengels, doch im Alltag ist Abel ein gutmütiger Tollpatsch, der ständig knapp bei Kasse ist und seinen Tee mit dreizehn Löffeln Zucker trinkt. Abel entpuppt sich schnell als ein extrem unbeständiger und emotionaler Charakter, der ebenso intelligent und stark wie weinerlich und schwach daherkommt. Seine Lebensgeschichte ist eng mit den Geschehnissen um den Rosenkreuzorden verbunden und der bevorstehende Kampf ist für Abel eine persönliche Angelegenheit. Als Protagonist von Trinity Blood mischt er in jeder Folge mit, während die Nebencharaktere in der ersten Hälfte der Serie ständig wechseln. Kaum hat man eine Figur kennenlernt, rückt sie in den Hintergrund und der nächste Charakter tritt an Abels Seite. Auch auf Seiten der Methusalae gibt es diverse Nebencharaktere, die man ebenso wie die Vatikan-Mitglieder gerne näher kennengelernt hätte.

Mit der Zeit kristallisieren sich dennoch handlungstragende Charaktere heraus: Esther Blanchett ist eine junge Schwester, die sich dem Kampf gegen Vampire verschrieben hat. Durch die Begegnung mit Abel ändert sie ihre Haltung, alle Vampire töten zu wollen, und bemüht sich fortan um den Frieden zwischen den Völkern. Sie tritt zu Beginn der Serie in einer Doppelfolge auf und man erwartet eigentlich, dass sie fortan an Abels Seite bleibt, doch dann gerät sie nahezu in Vergessenheit, bis sie ab der Halbzeit an der endlich in Schwung kommenden Haupthandlung mitwirkt. Ab dann spielen auch zwei adlige Methusalae wichtige Rollen: Ioan Fortuna, der junge Graf von Memphis, wird in eine Intrige verwickelt und erhält Unterstützung von Abel und Esther, zu der er eine besondere Beziehung aufbaut. Astharoshe Asran, die Baronin von Odessa, wird hingegen von der Kaiserin beauftragt, mit Abel zusammenzuarbeiten und als Botschafterin zu fungieren. Anfangs kann die wilde Astharoshe den gutmütigen Abel nicht ausstehen, doch nach und nach entwickelt sich eine von Kabbeleien geprägte Freundschaft.  
 
Animationen, Soundtrack und Synchronisation

Die Animationen in Trinity Blood machen überwiegend einen guten Eindruck: Die meisten Charaktere haben ein sehr stylisches Design erhalten, zudem wurden Mimik und Gestik authentisch und lebendig umgesetzt. Insbesondere die Augen spiegeln die verschiedenen Emotionen von Freude über Wut und Trauer perfekt wieder. Auch die Bewegungen wirken schön dynamisch, insbesondere in Kampfsituationen. Die Hintergründe erinnern oftmals an Aquarelle, vor allem wenn viele Gebäude und Pflanzen zu sehen sind.

Allerdings gibt es auch Kritikpunkte: Die Kleidung der Charaktere ist meist relativ einfach gehalten und wirkt etwas steif. Die Räumlichkeiten wurden zwar mit passendem Mobiliar und Dekoration ausgestattet, doch irgendwie wirken die meisten Schauplätze insbesondere in der ersten Hälfte von Trinity Blood etwas steril, wobei sich dies mit zunehmender Folgenzahl stark bessert. Als Explosionen eine Stadt erschüttern und dem Erdboden gleich machen, erkennt man den Einsturzvorgang der Gebäude nicht. Das Bild wackelt dann einfach nur ein bisschen und Staubwolken deuten den Einsturz der Häuser an.  

Das Opening Theme „Dress“ klingt herrlich melancholisch und ist wahnsinnig eingängig, sodass man den Song zwischen jeder Folge einfach laufen lässt und genießt. In den ersten 12 Folgen wird die erste Strophe plus Refrain gespielt, in der zweiten Hälfte der Serie ertönt die zweite Strophe plus Refrain. Sowohl actionlastige als auch ruhige und traurige Szenen werden musikalisch perfekt untermalt, sodass die vorherrschende Stimmung verstärkt wird. Die einzelnen Stücke harmonieren zudem gut miteinander – der Soundtrack ist also rundum gelungen.

Die Synchronstimmen wurden bei den meisten handlungstragenden Charakteren gut gewählt, vor allem bei Abel und Esther passen sie perfekt. Den Sprechern ist es gelungen, die Emotionen glaubhaft rüberzubringen. Zudem achtet man kaum auf die Lippenbewegungen, weil sich die Synchronisation ganz natürlich anfühlt. Einzig einer der Antagonisten am Ende hat eine unpassende Stimme erhalten.  

Blu-ray-Ausgabe

Das Bild der Blu-ray-Ausgabe sieht insgesamt  besser aus als das der alten DVD-Ausgabe, sowohl was die Schärfe betrifft als auch die Farbbrillanz. In wenigen Szenen wirkt das Bild etwas zu weich, doch insgesamt kann sich Trinity Blood auf modernen TV-Geräten sehen lassen. Die Schrift im Intro wurde geändert und an den Stil der Serie angepasst. Klangtechnisch gibt es keinen nennenswerten Unterschied, da die frühere Ausgabe bereits mit DTS-Sound daherkam.

Auf dem Cover des Schubers sind Abel und Esther abgebildet, so wie auf der ersten DVD-Volume damals. Auf dem Digipack finden sich weitere Artworks der früheren Ausgabe. Zur Collector’s Edition gehört zudem ein kleines Booklet, das Informationen zu den wichtigsten Charakteren sowie ein Interview mit Charakter Designer Thores Shibamoto und seinem Supervisor enthält. Wer die Serie noch nicht kennt und nicht gespoilert werden will, sollte das Booklet mit Vorsicht genießen, da im hinteren Teil Informationen zu den letzten Folgen enthalten sind (welche allerdings für das Verständnis wichtig sind).


Fazit

Nach recht schwachen Episoden am Anfang entwickelt sich Trinity Blood zu einem fesselnden Anime, der Science-Fiction- und Fantasyelemente in einer außergewöhnlichen Welt vereint und mit lebendigen Charakteren und originellen Ideen begeistert. Während man zunächst den roten Faden vermisst, baut sich die Spannung in der zweiten Hälfte der Serie kontinuierlich auf und reißt den Zuschauer schließlich mit. 7,5 von 10 Punkten.

 

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