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The irregular at magic high school (Volume 1)

Bewertung: 5 / 5

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Genre: Science Fantasy
Reihe: Volume 1
Titel: The  irregular at magic high school
Originaltitel: Mahouka Koukou no Rettousei
Regie: Manabu Ono
Bildformat: 16:9, 1.78:1 (1920x1080p)
Tonformat: Deutsch (DTS-HD MA 5.1), Japanisch (DTS-HD MA 2.0)
Untertitel: deutsch
Daten: KSM (Mai 2015), FSK 12, circa 168 min, UVP 49,99 EUR, EAN: 4260394330589

Eine Rezension von Judith Madera (Weitere Rezensionen von Judith Madera findet ihr hier auf fictionfantasy oder auf ihrer Website www.literatopia.de)

Im dritten Weltkrieg wurde die Weltbevölkerung mehr als halbiert und eine atomare Katastrophe konnte nur mit Hilfe von Magie verhindert werden. Im Jahr 2095 gehören Magier und Magie-Ingenieure zur Elite und werden an staatlichen Oberschulen ausgebildet. So auch Tatsuya und seine Schwester Miyuki, die bereits am ersten Schultag die Schattenseiten ihrer fortschrittlichen Gesellschaft erkennen müssen: Während Miyuki mit ihrer starken magischen Kraft zu den Schülern des ersten Kurses gehört (inoffiziell „Blooms“ genannt), wird Tatsuya aufgrund seiner Schwäche in der magischen Praxis als Reserveschüler (abfällig als „Weeds“ bezeichnet) eingestuft. Diese Trennung klafft wie eine unüberwindbare Schlucht der Diskriminierung zwischen der gesamten Schülerschaft. Hinzu kommt die Bedrohung durch die Magiegegner, die sich in einer Terror-Organisation namens „Blanche“ zusammengeschlossen haben und der Tatsuya den Kampf ansagt.

In The irregular at magic high school (der Animeadaption der Light-Novels von Tsutomu Satō) wird Magie als Technologie dargestellt, für deren Nutzung es allerdings eine gewisse Begabung braucht. Zusätzlich benötigen Magier ein sogenanntes CAD (Casting Assistant Device), ein individuell gestaltetes Gerät, das mit Psionen (magischen Partikeln) aufgeladen werden und anschließend für Angriffe / Abwehrzauber genutzt werden kann. Tatsuya ist ein echtes Genie in der Magie-Theorie und verfügt über besondere Kräfte, die allerdings bei den Bewertungskriterien der Schule nicht beachtet werden. So wird Tatsuya trotz seiner Stärke als Reserveschüler eingestuft, was ihm allerdings nicht viel ausmacht. Durch seine originellen Einfälle erarbeitet er sich schnell einen guten Ruf unter den Schülern, die er mit seinem Wissen über Magietechnologie unterstützt. Zudem zählen für ihn vor allem das Glück und die Sicherheit seiner Schwester.

irregular-1-1Die Beziehung zwischen Tatsuya und Miyuki geht über normale Geschwisterliebe hinaus, wobei sie kein echtes Liebespaar sind. Allerdings wird Miyuki schnell eifersüchtig, wenn ihr Bruder anderen Mädchen Komplimente macht oder wenn eine junge Dame Interesse an ihm äußerst. Man erkennt deutlich, dass sie sich von Tatsuya mehr als seine brüderliche Fürsorge erhofft, während Tatsuya ihre Annäherungsversuche überspielt und abblockt. Überhaupt scheinen seine Emotionen schwach ausgeprägt: Tatsuya reagiert meist sehr besonnen und gelassen und geht an Probleme logisch heran. Einzig wenn Miyuki in Gefahr ist, zeigt er Gefühle, wobei er selbst dann erstaunlich ruhig wirkt. Auch Miyuki ist eher ein ruhiges Mädchen, die ihren Mitschülern gegenüber sehr höflich und freundlich auftritt – allerdings ärgert sie sich darüber, dass ihr Bruder schlecht bewertet wurde (und dies schulterzuckend hinnimmt). Darum betont sie auch bei jeder Gelegenheit, wie stark ihr Bruder ist. Dabei muss sie jedoch aufpassen, nichts über seine wahren Fähigkeiten zu verraten (die für den Zuschauer vorerst ein Geheimnis bleiben).

The irregular at magic high school macht es sich in den ersten Folgen einfach und stellt erst einmal die Protagonisten und die wichtigsten Nebencharaktere vor, wobei es von letzteren sehr viele gibt. Da wären beispielsweise die Mitglieder des Schülerrats, die gegen die Diskriminierung an der Schule vorgehen wollen, allen voran die Vorsitzende, die großes Interesse an Tatsuyas Fähigkeiten zeigt. Unter den Reserveschülern findet Tatsuya zudem schnell Freunde. Während die burschikose Erika und der fröhliche Leo ehe auf Nahkampftechniken spezialisiert sind, kann Mizuki magische Phänomene mit bloßem Auge erkennen. Sie reagiert darauf sehr sensibel, weshalb sie eine Brille trägt, die Umweltreize abschirmt. Hinzukommen weitere Schüler, die Tatsuya zunächst ablehnen, und die auffällig junge Schulpsychologin, die ebenfalls Geheimnisse zu haben scheint.

Für ein Kennenlernen bleibt bei so vielen Figuren wenig Zeit, entsprechend entstehen die Freundschaften fast schon unglaubwürdig schnell, als hätten sich die Charaktere gesucht und gefunden. Die Konflikte zwischen den Schülern werden ebenfalls schnell gelöst, wobei die Streitigkeiten zwischen Blooms und Weeds immer wieder aufflammen. Tatsuya und Miyuki agieren als Protagonisten ziemlich passiv, was vor allem daran liegt, dass die anderen Schüler sie aktiv integrieren und ihnen Aufgaben zuweisen. Sobald sich die beiden (und die Zuschauer) an der Schule eingewöhnt haben, kommt es zu einem Angriff durch einen Blanche-Ableger, wodurch man die Magie endlich richtig in Aktion erlebt. Nach den recht spannungsarmen Episoden zum Einstieg erkennt man zum Ende der ersten Volume hin das Potential der Serie.

Animationen, Soundtrack und Synchronisation

The irregular at magic high school stammt aus dem Animationsstudio Madhouse, welches sich bereits für die Animeadaption von X / 1999 und Das Mädchen, das durch die Zeit sprang verantwortlich zeigte. Entsprechend können die Zuschauer flüssige Animationen mit dynamischen Kampfszenen und  kreativen Charakterdesigns erwarten. Im Aussehen der Figuren spiegelt sich deren Persönlichkeit meist perfekt wieder. So ist Miyuki beispielweise eine kühle Schönheit und Tatsuya der intellektuelle, smarte Typ. Quirlige Nebencharaktere haben meist wirre und bunte Frisuren, wobei es auch typische Maskottchen gibt – und einige Damen mit sehr üppiger Oberweite, die gerne thematisiert wird. Obligatorischer Fanservice, den der Anime nicht unbedingt gebraucht hätte.

Die Magie wird mit relativ schlichten, aber effektvollen Computeranimationen darstellt. So leuchten beispielweise die magischen Partikel und schließen sich zu geometrischen Formen und Mustern zusammen. In den Aktivierungssequenzen erkennt man zudem den Code, der hinter den Beschwörungsformeln steckt. Die Kampfszenen fallen schön dynamisch aus, sowohl mit als auch ohne den Einsatz von Magie. Tatsuya kompensiert seine Schwäche nämlich unter anderem mit speziellen Nahkampftechniken. Rein visuell betrachtet ist die Zukunft in The irregular at magic high school eine klassische Utopie mit klaren Linien, hellen Farben und viel Grün und Blau. Auf Schnick-Schnack wird weitgehend verzichtet, alles wirkt funktional und ästhetisch. Die Uniformen der Schüler sehen übrigens klasse aus: einerseits futuristisch, gleichzeitig aber klassisch und bis zu den farbigen Absätzen der Schuhe stylisch.

irregular-1-4Der Soundtrack bietet leider wenig Besonderes und fällt unter die Kategorie „moderner, rockig-technoider Animesoundtrack“. Einzig das melancholische Ending-Theme sticht da etwas heraus, wobei es nach den ersten, schönen Klängen wie ein Abklatsch eines zweitklassigen Lovesongs klingt. Die Handlung in der Schule wird gelegentlich von klassischen Klängen begleitet, was ein wenig an die Gardens in „Final Fantasy VIII“ erinnert. Actionszenen werden dagegen von belanglosen technoiden Soundsequenzen untermalt.

Christian Stark und Mia Diekow machen als Stimmen von Tatsuya und Miyuki einen sehr guten Job, vor allem Tatsuya klingt einerseits jugendlich, aber auch seinem Charakter entsprechend reif und gelassen. Mia Diekow fängt hingegen den zwiespältigen Charakter von Miyuki gekonnt ein, wobei sie in den ersten Episoden noch etwas zu aufgedreht wirkt, was aber spätestens in der siebten Folge vergessen ist. Auch die Stimmen der meisten Nebencharaktere wurden gut gewählt, allerdings klingen ausgerechnet die zwei stärksten junger Männer etwas zu hoch. Sehr gut getroffen dagegen ist die burschikose Erika Chiba, die von Nadine Schreier gesprochen wird.

Blu-ray-Ausgabe

Die Bildqualität von The irregular at magic high school ist sehr gut und die hellen, kühlen Farben kommen schön zur Geltung. Vom DTS-Sound merkt man dagegen wenig. Zwar ist die Lautstärke angenehm und es gibt auch keine störende Differenz zwischen Dialogen und Actionszenen (die heutzutage gerne viel zu laut werden), aber Klangeffekte aus dem Hintergrund fehlen nahezu vollständig. Als Extras auf der Disk gibt es drei Magiekurse, in denen von niedlichen Chibis die wichtigsten Begriffe erklärt werden – leider nur mit Untertitel. Dazu gibt es eine nette Bildergalerie, das Opening- und Ending-Theme sowie einige Trailer. Noch bevor das Menü erscheint, bekommt man von KSM Werbung präsentiert, die man aber überspringen kann. Das Pop-Up-Menü ist der Optik der Serie angepasst und übersichtlich. Im Hintergrund bekommt man dabei effektvolle Szenen aus dem Anime zu sehen.

Die Disk steckt in einem schicken Digipack, wobei der glänzende Pappschuber leicht irisiert. Dazu gibt es zwei Booklets, ein dünnes mit einer Episodenübersicht und ein dickeres, in welchem die wichtigsten Charaktere vorgestellt werden (leider fehlen da Mizuki und zwei wichtige Damen aus dem Schülerrat). Neben recht ausführlichen Beschreibungstexten und tabellarisch aufgeführten Merkmalen finden sich interessante Kommentare von Light-Novel-Autor Tsutomu Satō. Die UVP ist recht saftig, aber nicht bindend, insofern kann man die Blu-ray im Handel auch für circa 30% weniger bekommen!


Fazit

The irregular at magic high school ist junge Science Fantasy mit einem geheimnisvollen Geschwisterpaar, das sich in den ersten Episoden an der staatlichen Magieoberschule einlebt. Tatsuya und Miyuki überzeugen dabei mit ihrer ruhigen und freundlichen Art. Die Idee, Magie als Technologie zu nutzen, ist wahnsinnig spannend und wird optisch stilvoll in Szene gesetzt. Ein Anime mit großem Potential, das hoffentlich genutzt wird! 8 von 10 Punkten.

 

Szenenbilder: Copyright by KSM GmbH

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