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Horror Film

When the Lights Went Out

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Titel: When the Lights Went Out
Originaltitel: When the Lights Went Out
Drehbuch / Regie: Pat Holden
Darsteller: Kate Ashfield, Natasha Connor, Steven Waddington, Craig Parkinson, Martin Compston, Jo Hartley, u.a.
Musik: Marc Canham
FSK: 16 Jahre
Laufzeit: ca. 83 min
Verleih: Ascot Elite, 2012
Großbritannien, 2012

Eine Besprechung / Rezension von Jürgen Eglseer
(weitere Rezensionen von Jürgen Eglseer auf fictionfantasy findet man hier)

Die englische Arbeiterfamilie Maynard zieht im Jahre 1974 in das lang ersehnte Eigenheim, das Ziel langjährigem Sparens. Doch die Freude in der Familie hält nicht lange vor. Die 13jährige Sally wird von seltsamen Geräuschen in ihrem Zimmer beunruhigt, das selbstständige Bewegen diverser Gegenstände bringt sie zum fürchten. Zuerst glauben ihre Eltern ihr nicht, tun dies als Alpträume ab. Als jedoch die Mutter selbst Opfer von plötzlich auftretendem Wind im Treppenhaus, klappernden Türen und wackelnden Lampenschirmen wird, steht sie ihrer Tochter in dem Glauben bei, das in dem Haus ein Poltergeist sein Unwesen treibt.
Sallys Vater ist mit der Situation überfordert und sucht verzweifelt nach einer Möglichkeit, seiner Tochter zu helfen. Durch die angespannte Wirtschaftslage kann er es sich nicht leisten, ein anderes Haus zu suchen, sie würden buchstäblich auf der Straße landen. Während Sallys Mutter Jenny den örtlichen Priester aufsucht und um Hilfe bittet, drängt sich dem Vater ein selbsternannter Geisterjäger auf.
Doch, wie sich herausstellt, beherbergt das Maynard-Haus nicht nur einen Geist, sondern deren zwei. Und der neu entdeckte Spuk lässt nicht nur Türen klappern, sondern trachtet Sally nach dem Leben...

"When the lights went out" ist ein klassischer Poltergeist-Film. Eine Familie befindet sich in einem Haus, mehrere Mitglieder, meist weiblich, werden bedroht und verzweifelt wird nach einer Lösung gesucht, den Spuk wieder los zu bekommen. Die Hintergründe hinter den beiden Geistern in diesem Film werden, im Gegensatz zu anderen, gleichartigen Werken, schlüssig dargestellt und bereichern die Geschichte selbst. Zwar ist eine Erzählung um einen "guten" und einen "bösen" Geist auch nicht neu, jedoch wird man hier, wenn man nur den paranormalen Bereich betrachtet, gut unterhalten. Die Situationskomik der ersten Häfte des Filmes - geschuldet durch die, die Situation völlig verkennenden, Eltern - und der zunehmend bedrohlicheren Atmosphäre in der Zweiten geben dem Film Abwechslung und einen gut ausgearbeiteten Spannungsbogen.
Den eigentlichen Reiz des Filmes machen jedoch die verschiedenen Charaktere aus, die fast schon wie in einem Kammerspiel, im Haus ein- und ausgehen. Da wäre zuerst Sally, die auf der Schwelle zum Erwachsenendasein stehend, von beiden Geistern in entgegengesetzte Richtungen gedrängt wird. Da steht der "gute" Geist für die Kindheit, das Spiel, die Naivität. Der "böse" Geist drängt Gewalt, Sexualität und Falschheit in Sallys Leben. Die zarte, jedoch nicht erwiderte, Romanze mit ihrem Lehrer, der später ebenfalls in die Ereignisse rund um das Spukhaus mit eingebunden wird, stellt hier fast schon etwas wie einen dritten, einen Mittelweg dar. Tasha Connor spielt hier eine in sich gekehrte, jedoch durchaus emanzipierte junge Frau, sie sich zu wehren weiß.
Ein Highlight sind die Eltern. Beide sind mit der Situation völlig überfordert, versuchen das Beste für ihre Tochter zu erreichen, scheitern jedoch auf ganzer Linie. Die Mutter wendet sich verzweifelt an die Kirche, erduldet im weiteren Verlauf die Demütigungen und die Gewalt, die ihr in diesem Haus angetan wird. Vor der Möglichkeit gestellt, das Haus zu verlassen und eine neue Bleibe zu finden, schreckt sie zurück und nimmt dafür lieber weitere Verletzungen in Kauf.
Den Vater begleiten nicht nur Versagensängste bezüglich der aktuellen Situation seiner Familie, insbesondere seiner Tochter. Er stellt sich die Frage, ob er nicht grundsätzlich als Vater und als Ehemann versagt und reagiert darauf abwechselnd mit jugendlichem Trotz oder hektischen Aktionismus. Die Szene, als er der gesamten Nachbarschaft ermöglicht, das "Geisterhaus" zu besichtigen und dafür Eintritt verlangt, ist eine der humorvollsten Szenen, die der Film zu bieten hat.
Auch die Nebendarsteller, der aufdringliche Geisterjäger, der mittels Schmuddelfotos zum Exorzismus gezwungene Priester, der ängstliche Arbeitskollege bereichern das Spiel und um das Maynard´sche Geisterhaus und verwandeln einen Horrorfilm mit einer oftmals zitierten Grundidee zu einem sehenswerten und unterhaltsamen Vertreter des Haunted-House-Genres.

Die DVD enthält neben dem eigentlichen Film zudem noch eine Trailershow und eine "Behind the Scenes"-Kurzdoku.

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